European Urban Green Congress: Grüne Stadt der Zukunft

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Grünbereich um den Lietzensee in Berlin. Foto: fuxart/Fotolia.com

Die Potenziale urbanen Grüns diskutierten am 30. Mai auf dem „European Urban Green Congress“ über 150 internationale Vertreter aus Politik, dem Umweltbereich und der grünen Branche. Anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums veranstaltete die European Landscape Contractors Association (ELCA) den Kongress in Hamburg.

Der Kongress bot unter anderem Ergebnisse neuer Studien, die die ELCA beauftragt hatte und zahlreiche Best-Practice-Beispiele. Daneben gab es eine ebenso spannende wie kontroverse Diskussion unter dem Titel „Grüne Städte als Treiber von Wachstum und Wohlstand“.

Ricky Burdett, Professor für Architektur an der London School of Economics (LSE), betonte, dass es differenzierter und individueller Strategien bedarf, um die aktuellen und zukünftigen Probleme der europäischen Städte zu lösen.

Weder pauschale Forderungen nach „mehr Grün“ noch einheitliche Konzepte seien geeignet, um der jeweiligen lokalen Situation gerecht zu werden. Laut Burdett muss sich jede Stadt für ein Modell entscheiden. „Die Themen und die zu lösenden Probleme in wachsenden Städten sind überall gleich, aber die Lösungen müssen individuell entwickelt werden.“

Selbst innerhalb einer Stadt können unterschiedliche Strategien gefordert sein, wie Michael Sachs, Staatsrat für Stadtentwicklung der Freien und Hansestadt Hamburg, deutlich machte: „Wir arbeiten in der Stadtentwicklung am lebenden Organismus, die Zeiten der hoheitlichen Politik sind vorbei. Politik und Verwaltung sind im ständigen Austausch mit Bürgern und Interessenvertretern vor Ort.“

Auch Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), betonte die Notwendigkeit einer konsequenten Bürgerbeteiligung und daraus folgend veränderte Planungsprozesse: „Lebendiges Grün steht zentral, ist jedoch nicht das alleinige Ziel. Wir müssen auch eine neue Architektur wagen, und wir brauchen wissenschaftliche Forschung.“

Henk Meijer, Projektdirektor des niederländischen Almere Centrum Weerwater, rief dazu auf, Bürger zu aktivieren: „Das Spektrum innerhalb der grünen Stadt ist groß und umfasst Gesundheitsaspekte ebenso wie Vielfalt, Stadtklima, soziale Fragen, Energie und Transport.“

Tschimpke begrüßte den Vorstoß der ELCA zur Verabschiedung einer Charta mit unterschiedlichen Interessengruppen: „Das Grün in der Stadt braucht eine starke Lobby, und deshalb ist auch ein gemeinsames Vorgehen des Garten- und Landschaftsbaues mit Naturschutzverbänden und anderen Gruppen richtig.“

ELCA-Präsident Emmanuel Mony betonte den Wert des internationalen Austausches und rief Mitglieder sowie alle Kongressteilnehmer dazu auf, die Ideen und Anregungen mitzunehmen und vor Ort in die Debatte mit Politikern und Entscheidern zu tragen. (ts/elca)

 

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