Klimabäume in Bayern: am Kältepol wachsen sie bisher am besten

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Klein, stark und schön: Die im April strahlend weiß blühende Baummagnolie scheint für den kalten Norden Bayerns ein besonders attraktiver Klimabaum zu sein. Foto: lwg

Am kältesten Standort Bayerns, in Hof und Münchberg, fühlen sich die künftigen Klimabäume des bayerischen Projektes „Stadtgrün 21“ insgesamt bislang am wohlsten. Das ist ein erstes Fazit, das die Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) beim Netzwerktreffen „Klimabäume“ jüngst in Veitshöchheim zogen.

Die Baummagnolie gedeiht hier ebenso wie der Dreizahnahorn bislang am besten. In Würzburg zum Beispiel gefällt es dem Französischen Ahorn besonders gut, in Kempten zeigte sich der Eisenholzbaum besonders wuchsfreudig.

Insgesamt 460 Bäume hatten Gartenämter- und LWG-Mitarbeiter vor vier Jahren an den Standorten Kempten, Hof, Münchberg und Würzburg gepflanzt. Ausgewählte Arten und -sorten, die dank ihrer Eigenschaften dem künftigen Klimawandel trotzen und in Städten und Gemeinden das Straßenbaumrepertoire deutlich erweitern könnten.

Die bei dem Großversuch „Stadtgrün 21“ gepflanzten Bäume reagierten an dem Kombi-Standort Hof/Münchberg, wie auch in Kempten und Würzburg teilweise recht unterschiedlich auf die klimatischen Bedingungen.

Einen Allrounder, der im trockenen Weinbauklima ebenso gut gedeiht wie im regenreichen Kempten oder im kontinentalen Klima der Stadt Hof wird es wohl nicht geben, betonte LWG-Präsident Sebastian Peisl bei der Eröffnung des Netzwerktreffens „Klimabäume“.

Dennoch zeigte sich die für den Versuch verantwortliche Biologin Dr. Susanne Böll überrascht über die ersten Ergebnisse. „Ich hätte erwartet, dass die Bäume in Kempten und nicht in Hof/ Münchberg am besten wachsen würden,“ sagte sie. Aber noch ist der Versuch nicht beendet. Erst 2021 wird feststehen, welche Stadtbäume sich auf Dauer als klimawandeltauglich erweisen.

Am Bayerischen Netzwerk „Klimabäume“ sind mehr als 20 bayerische Städte und Gemeinden beteiligt, die ihre Praxiserfahrungen mit den im Klimaprojekt „Stadtgrün 2021“ verwendeten Versuchsbaumarten an den eigenen Standorten unterschiedlicher klimatischer Prägung einbringen.

Vor über 30 Netzwerk-Teilnehmern stellte Böll die ersten Versuchsergebnisse der LWG vor. Die Mitglieder diskutierten diese und ihre eigenen Erfahrungen vor allem zur Frosttoleranz der einzelnen Versuchsbaumarten äußerst lebhaft. (ts)

 

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