Mit Genetik die Herkünfte prüfen

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Hubert Kaiser sprach über Herkunftsnachweise zertifizierter Gehölze mit Hilfe von Genetik. Foto: Gabriele Friedrich

Einen Blick in die Zukunft im Hinblick auf zertifizierte Gehölze und ihre Herkünfte mit Hilfe der Genetik warf Dr. Heike Liesebach vom Johann Heinrich von Thünen-Institut für Forstgenetik in Großhansdorf.

Sie sieht einen schnellen Methodenfortschritt in der Genetik. Denn die DNA-Sequenzierung und damit die Entwicklung von Markern werden immer preiswerter. Daher werden künftig auch für weitere Gehölzarten Marker zur Verfügung stehen. Auch wird es weitere Erkenntnisse zur genetischen Variation und zu anpassungsrelevanten Merkmalen geben. Ebenso werden sich die Zertifizierungssysteme weiterentwickeln und den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn für sich in die Praxis umsetzen.

Heute schon sind Kernmarker und Chloroplastenmarker für eine genetische Bestimmung vorhanden beispielsweise bei Acer pseudoplatanus, Betula pendula, Castanea sativa, Corylus avellana, Fagus sylvatica, Fraxinus excelsior, Populus alba, Prunus avium oder Quercus robur und Ulmus glabra. Bei vielen anderen fehlen sie noch, so Liesebach.

Genetische Analysen zur Herkunftskontrolle bei Gehölze setzen voraus, dass entsprechende Proben vorliegen und die entsprechenden sehr spezifischen Marker vorhanden sind. Herkünfte lassen sich untersuchen durch Vergleich mit Pflanzenpartien von Rückstellproben oder durch einen Vergleich mit der Elternpopulation.

Doch zur Zeit gibt es acht sehr verschiedene Zertifizierungssysteme für Forst- und Landschaftsgehölze in Deutschland, so Liesebach, die sehr unterschiedliche Bedingungen stellen. Vier arbeiten deutschlandweit, vier nur regional, zwei sind für den Forst anwendbar, die anderen für Landschaftsgehölze. Dokumentationen und Betriebskontrollen sind bei allen vorgesehen, doch nur wenige legen Erntebestände fest, nur drei fordern Rückstellproben und nur zwei genetische Überprüfungen. (fri)

 

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