Risiken durch Witterung: BdB will Rücklagen steuerfrei stellen

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Extreme Frostperioden, lang anhaltendes Hochwasser oder Schaderreger, die zu Betriebsschließungen führen: Mit steuerfreien Rücklagen könnten Baumschulen auch solche Gefahren meistern. Helmut Selders, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen (BdB), forderte unbegrenzte steuerfreie Risikorücklagen, die einem Betrieb ermöglichen, die größten beruflichen Unwägbarkeiten durch die Witterung beispielsweise zu meistern.

Sie wären ein wichtiges Instrument, um den Betrieben notwendige Liquidität gerade in solchen Problemlagen, die nicht versicherbar sind, zu ermöglichen, sagte er bei der BdB-Sommertagung vergangene Woche in Bad Zwischenahn. Denn oftmals entscheide die aktuelle Liquidität über Wohl oder Wehe eines Unternehmens.

Als ein weiteres Steuerthema nannte er den ermäßigten Mehrwertsteuersatz, den gelte es unbedingt beizubehalten. Sein Vorschlag lautet, eine europäische Angleichung und Lösung herbeizuführen. Erleichtert zeigte sich Selders über die Agrarreform der Europäischen Union (GAP), wonach aller Voraussicht nach die Verpflichtung zum Greening, das heißt, zur fünfprozentigen Flächenstilllegung für alle Dauerkulturen ausgenommen ist.

Zusammen mit dem Obst- und Weinbau sind nun die Baumschulen mit ihren Gehölzen nicht zur Flächenstilllegung verpflichtet. Eine solche Flächenverknappung hätte zu weiteren Preissteigerungen für landwirtschaftliche Flächen geführt, die schon durch den Anbau nachwachsender Rohstoffe explosionsartig gestiegen sind, so Selders.

Die Anbaudiversifizierung, wie sie von der Landwirtschaft gefordert wird, war ohnehin schon für die Baumschulen mit ihren vielen Arten und Sorten entfallen. Es fehlt jetzt noch die Bestätigung durch das EU-Parlament, jedoch werde fest damit gerechnet. Und es folgt noch die nationale Umsetzung, die das genaue Prämien-Modell und Zahlungen festlegt.

Selders sprach auch die geforderte Forschungsförderung des Bundes an. Die Suche nach neuen Gehölzen für den Stadtraum im Klimawandel sei eine der herausragenden Aufgaben für die Baumschulen. Bereits heute seien jene Bäume zu identifizieren, die in den nächsten 20, 30 oder 50 Jahren in der Stadt ihre Aufgaben als Teil der grünen Infrastruktur erfüllen können. Gemeinsam mit den gartenbaulichen Versuchsanstalten, aber auch mit namhaften Universitäten geht der Berufsstand diese Thematik an.

„Wir würden uns hier sehr über eine kraftvolle Unterstützung der Politik freuen. Eine Cofinanzierung durch öffentliche Stellen, insbesondere durch die Forschungsförderung des Bundes, wäre aus unserer Sicht sehr, sehr wichtig und angemessen“, sagte Selders.

Er sprach hier auch die geforderte „Nationale Strategie für grüne Stadtentwicklung“ an, die alle Ressourcen der öffentlichen Hand, der Wissenschaft sowie der Verbände und Institutionen bündeln soll, um zielorientiert an gemeinsamen Lösungsansätzen zu arbeiten. (fri)

 

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