Steingärten statt Pflanzenvielfalt: ein „trauriger Trend“

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Vögeln fehlt es in Steingärten an wichtigen Nahrungsquellen, Brut- und Unterschlupfmöglichkeiten.

Kies und Schotter statt Pflanzen: Als „traurig“ beschreiben das Umweltministerium Rheinland-Pfalz und die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 (DGG) den neuen Trend zum Steingarten.

Deutsche Gartenbau-Gesellschaft: In den Garten gehören Pflanzen

„In einen Garten gehören Pflanzen! Vielfältig blühend sind sie auch für Bestäuber-Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Und das menschliche Auge erfreut sich ebenfalls an der Vielfalt“, sagt Werner Ollig, Vizepräsident der DGG.

Das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz wiederum hat einen Flyer herausgegeben. Unter dem Titel „Umweltschutz im Alltag – Entsteint euch! – Für mehr Vielfalt im Garten“ weist die Behörde unter anderem darauf hin, dass Grünflächen nicht unbedingt mehr Pflege brauchen als ein reiner Steingarten, in dem Beete mit Schotter und Kies abgedeckt werden.

Umweltministerium: Steingärten erfordern regelmäßige Reinigung

Denn auch Unkraut, das zwischen den Steinen wächst, verursacht Arbeit. Außerdem können sich die Steine schnell verfärben und wachsen mit Algen, Moosen und Flechten zu. Hinzu kommt der Straßenstaub, der sich auf der Oberfläche absetzt. Das Ministerium weist darauf hin, dass der Steingarten unter diesen Vorzeichen einmal pro Jahr gründlich gereinigt werden muss. Außerdem erfordern Gehölze, die vereinzelt gepflanzt werden, einen mehrfachen Schnitt im Jahr. Zudem vergrößert sich durch die Wärme, die die Steine im Sommer abstrahlen, die Chance auf einen Schädlingsbefall, heißt es in der Broschüre.

Zudem fehlt es in Steingärten an wichtigen Nahrungsquellen, Brut- und Unterschlupfmöglichkeiten für Vögel. Ganz zu schweigen davon, dass diese Art der Gartengestaltung dem Klimawandel in die Hände spiele, so das Ministerium. Wer sich für einen „grünen“ Garten entscheidet, dem legt die Behörde die Verwendung von Stauden und robusten Sorten, wie etwa ADR-geprüften Rosensträuchern, ans Herz.

Hier finden Sie die Broschüre „Umweltschutz im Alltag – Entsteint euch! – Für mehr Vielfalt im Garten“.

 

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