Tarifabschluss erzielt: höhere Löhne für Gärtner in Baden-Württemberg

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Deutlich mehr Geld erhalten die Beschäftigten im Erwerbsgartenbau in Baden-Württemberg (BW) ab 1. Juli 2013. Darauf einigten sich die Industriegewerkschaft Bauen–Agrar–Umwelt (IG BAU) und die Arbeitgeberseite am 17. Juni in Stuttgart.

Die Löhne und Gehälter werden demnach in zwei Stufen um insgesamt 6,8 Prozent erhöht:

  • Ab 1. Juli 2013 erfolgt eine Anhebung um 3,9 Prozent. Somit steigt der Ecklohn (Gärtner mit Beginn des zweiten Jahres nach der Abschlussprüfung) von 10,89 Euro um 0,42 Euro auf 11,31 Euro die Stunde.
  • Ab 1. Juli 2014 erfolgt eine weitere Erhöhung um 2,9 Prozent. Der Ecklohn erhöht sich somit um weitere 0,33 Euro auf 11,64 Euro.

Eine überproportionale Erhöhung der Facharbeiterlöhne habe die Arbeitgeberseite laut IG BAU abgelehnt. Wie Thomas Vohrer für die Tarifkommission des Verbandes Badischer Gartenbaubetriebe und des Württembergischen Gärtnereiverbandes erklärte, sei eine überproportionale Erhöhung der Facharbeiterlöhne zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll.

Ziel sei vielmehr ein einheitlicher Entgelttarif. „Wir gehen davon aus, dass in zwei bis drei Jahren ein einheitlicher Entgelttarif zustande kommt, weshalb wir jetzt keine weiteren Unterschiede mehr einbauen sollten“, so Vohrer.

Eine überproportionale Anhebung gebe es hingegen bei den Auszubildendenvergütungen. Diese erhöhen sich im ersten Ausbildungsjahr ab 1. August 2013 von 468 Euro um 52 Euro auf 520 Euro und ab 1. August 2014 um weitere 30 Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr steigen sie von 515 Euro um 65 Euro auf 580 Euro und ab August 2014 um weitere 40 Euro sowie im dritten Ausbildungsjahr von 567 Euro um 73 Euro auf 640 Euro und ab August 2014 um weitere 50 Euro.

Gestrichen wird die Lohngruppe 7 für Hilfskräfte. Hier vereinbarten die Tarifparteien die Einführung eines Stufenplanes mit neuer Tätigkeitsbeschreibung. Durch die Stufenerhöhung werde gewährleistet, dass ab dem 1. Dezember 2017 eine Lohnniveau-Angleichung mit der Lohnuntergrenze von 8,50 Euro pro Stunde erreicht wird. Dies entspreche einer Erhöhung von 34 Prozent.

Der Lohn- und Gehaltstarifvertrag in Baden-Württemberg hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2015. (ts/ds)

 

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