TASPO GartenMarkt

30. Gemaba Strukturanalyse: 1.700 Baumärkte mehr als 1982

Mit der diesjährigen Baumarkt-Strukturuntersuchung legt die Gemaba (Gesellschaft für Markt- und Betriebsanalyse) zum 30. Mal eine umfassende Übersicht über die deutschen Baumärkte vor. Dies ist für die Gemaba Grund genug für einen kurzen Rückblick auf eine Branche, die sich zunächst über zwei Jahrzehnte in allen Belangen stark expansiv entwickelt hat. Danach vollzog sich in den vergangenen Jahren gesamtwirtschaftlich ein Konsolidierungsprozess, der sich durch einen leichten Rückgang bei der Zahl der Märkte, deutliche Flächenzunahmen und leichte Umsatzzuwächse charakterisieren lässt. 

Gemaba Analyse: leichter Rückgang bei der Zahl der Baumärkte, deutliche Flächenzunahmen und leichte Umsatzzuwächse. Foto: Imago

Im September 1982 gab es insgesamt 720 Baumärkte mit einer durchschnittlichen Innen-Verkaufsfläche von rund 1.750 Quadratmetern. Ein Baumarkt versorgte damals rund 85.500 Einwohner. Gartenbedarf spielte nur eine untergeordnete Rolle. Angegliederte Gartencenter stellten eine zumeist eigenständige Ausnahme dar und wurden noch nicht miterfasst.

Im 30-Jahre-Vergleich stellt die Gemaba-Analyse Folgendes fest: Die Zahl der Baumärkte nahm von 720 auf jetzt 2.381 Standorte zu. Der typische deutsche Baumarkt ist mit 5.930 Quadratmetern aktuell gut 3,5 mal so groß wie 1982. Die 1982 ermittelten Umsatzanteile nach Warengruppen liegen nur in einer relativ groben Einteilung vor, Pflanzen und Gartenbedarf haben ihren Umsatzanteil fast verdoppelt. Bei Ergänzungsbedarf liegt die Zunahme auf einem noch leicht höheren Niveau.

Aktuell sind es insgesamt noch gut 20 Unternehmen und Gruppierungen, die den Gesamtmarkt unter sich aufteilen. 1982 umfasste die damalige Gemaba-Unternehmensdarstellung rund 30 Unternehmen, von denen Bauhaus, BayWa, Co Op (jetzt nur noch Kiel), Extra, Globus/Hela, Hellweg, Hornbach, Knauber, Max Bahr, Obi, Praktiker, Toom (damals von der RHG Leibbrand) sowie die Verbundgruppen Hagebau und Eurobaustoff (als Mobau und Interpares) auch heute noch im Markt vertreten sind (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit).

Derzeit operieren zwölf Unternehmen und Gruppierungen mit jeweils mehr als 60 Baumärkten auf dem deutschen Markt. Analysiert man die verschiedenen Betreiber, dann belegt Hornbach bei der durchschnittlichen Innen-Verkaufsfläche je Markt mit 9.320 Quadratmetern die Spitzenposition. Wie bereits in den vergangenen Jahren ging die Zahl der Baumärkte im vorigen Jahr noch einmal leicht um neun Märkte zurück. Dem steht allerdings ein Flächenwachstum von 0,5 Prozent gegenüber.

Ihre Position sogar leicht ausgebaut haben 2011 die Kleinflächen unter 1.500 Quadratmeter, die insbesondere in ländlichen Bereichen als lokale Grundversorger über eine entsprechende Akzeptanz verfügen und von Erreichbarkeitsvorteilen gegenüber den Großflächen in übergeordneten Zentren entsprechend profitieren.

In Zeiten steigender Treibstoffkosten wird der wohnnahe Einkauf zukünftig insbesondere im DIY-Grundbedarf an Bedeutung gewinnen. Kooperationen mit Spezialisierung im Kleinflächenbereich finden damit auch zukünftig entsprechende Entwicklungspotenziale vor.

Rückgänge gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Märkte mit 1.500 bis 2.999 Quadratmetern oder 3.000 bis 4.999 Quadratmetern. Hierbei handelt es sich um Größenordnungen, die in Ballungsräumen häufig nicht mehr konkurrenzfähig sind. Für einwohnerschwache ländliche Gebiete sind diese Märkte teilweise bereits zu groß, um selbst bei günstigen Wettbewerbsverhältnissen eine ausreichende Flächenproduktivität zu ermöglichen.

Zugelegt hat die Betriebsgröße zwischen 7.500 und 9.999 Quadratmetern, die im allgemeinen warengruppenbezogen die Möglichkeit bietet, sich auch gegenüber Fachmärkten als Einkaufsalternative zu profilieren. In den neuen Bundesländern liegt die Durchschnittsgröße im seinerzeitigen Optimalbereich der späten 90er-Jahre. Da es in den vergangenen Jahren dort kaum Neueröffnungen gegeben hat, sind die Baumärkte inzwischen im Durchschnitt wieder kleiner als in den alten Ländern, wo es kontinuierlich zu Neueröffnungen kommt, die den gestiegenen Größenkonzepten der Betreiber Rechnung tragen.

Der typische deutsche Baumarkt des Jahres 2012 verfügt über eine Innen-Verkaufsfläche von rund 5.360 Quadratmetern, wovon rund 1.200 Quadratmeter zur Präsentation von Pflanzen und typischen Gartensortimenten genutzt werden. Zusätzlich besteht eine teilüberdachte Freifläche von rund 1.620 Quadratmetern, so dass sich eine Gesamtverkaufsfläche von rund 6.980 Quadratmetern ergibt. Im Rahmen der Flächengewichtung des BHB (Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten) resultiert hieraus eine Verkaufsfläche von rund 5.930 Quadratmetern.

Dabei wird im Durchschnitt ein jährliches Brutto-Umsatzvolumen von rund 7,8 Millionen Euro abgewickelt. Die aktuelle Flächenproduktivität der Branche liegt bei rund 1.450 Euro je Quadratmeter Innen-Verkaufsfläche oder rund 1.310 Euro je Quadratmeter gewichteter Verkaufsfläche. Betreiber- oder konzept- abhängig ergeben sich bei den realisierten Raumleistungskennziffern teilweise erhebliche Abweichungen vom Durchschnitt. (ts)
(Quelle: gemaba Lev.-Hitdorf 2012)