333 Jahre Kakteen-Gärtnerei Haage

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Das Angebot an älteren, großen Kakteen ist bei Haage umfangreich. Foto: Edgar Gugenhan

Wohl die älteste Gärtnerei in Deutschland ist die heutige Kakteen-Spezialgärtnerei Ulrich Haage in Erfurt, die vor genau 333 Jahren von Johann Peter Haage gegründet wurde. Weitere Generationen folgten, bis Friedrich Adolph Haage am Dresdner Hof unter Friedrich August von Sachsen erstmalig mit Kakteen in Verbindung kam.

Pflege der kurfürstlichen Kakteen-Sammlung

Sie wurden dort kultiviert vom bekannten kurfürstlichen Hofgärtner Johann Heinrich Seidel, und Friedrich Adolph Haage pflegte damals diese schon bedeutende Kakteen-Sammlung. Er übernahm später die Gärtnerei seiner Eltern und führte 1822 ein kleines Kakteen-Sortiment in der eigenen Gärtnerei ein.

Schon bald wurden aber die Sortimente vergrößert, so wurde er zu einem der führenden Kenner dieser Kultur. Auch begann er mit der kommerziellen Kakteenzucht. Wenig später wurde die Gärtnerei unter dem Namen Kakteen-Haage geführt.

Haages Zuchterfolge weltbekannt

Im Jahr 1888 übernahm Ferdinand Friedrich Adolph Haage den Familienbetrieb und baute die Kakteenzucht als besonderen Schwerpunkt weiter aus. Seine Zuchterfolge wurden weltbekannt und unter anderem die Art eines Warzenkaktus Mammillaria haageana nach ihm benannt.

Natürlich wurden auch andere Zierpflanzen produziert und züchterisch bearbeitet. So ist überliefert, dass auch ein Amarant den botanischen Artnamen Gomphrena haageana erhielt.

Nach schwierigen DDR-Zeiten konnte 1990 wieder eine Reprivatisierung des 1685 gegründeten Betriebes erfolgen. Heute wird in der zehnten Generation Kakteen-Haage von Ulrich Haage, der nach einer internationalen Ausbildung und Beschäftigung 1997 den Betrieb übernahm, weiter ausgebaut.

Gärtnerei produziert pro Jahr rund zwei Millionen Kakteen

Unter einer Gewächshausfläche von 5.000 Quadratmetern werden heute rund zwei Millionen Pflanzen jährlich in über 4.500 Kakteengattungen und -arten produziert. Der Absatz findet europa-, ja sogar weltweit statt. Selbstverständlich stehen in der Produktion eigene Züchtungen im Vordergrund. Außerdem werden auch andere Sukkulenten produziert und angeboten.

Ulrich Haage bietet Kunden und Informanten im Laufe eines Jahres auch Termine an, um die Besonderheiten seines Unternehmens zu besichtigen und kennenzulernen. So gibt es immer am zweiten Samstag im Mai einen „Tag der offenen Tür“. Als spezielles Serviceangebot können Pflanzen ganzjährig vor Ort ausgesucht werden.

Spezielles Kakteen-Essen für Kunden

Eine Besonderheit wurde schon vor einigen Jahren eingeführt und hat sich zu einem besonderen Schwerpunkt der Gärtnerei entwickelt. So wird immer am letzten Freitag und Samstag im Juni und am ersten Freitag und Samstag im Juli ein spezielles Kakteen-Essen angeboten, bei dem Kunden und interessierte Menschen ein mehrgängiges Menü verspeisen können.

Am 9. Juni gibt es ein „Cactus Workcamp“, einen Tag der Kaktus-Gärtner, an dem die Gärtnerei mit vielen Infos für Kunden und Kakteen-Freunde geöffnet ist. Außerdem wird im Mai das Buch „Kakteen von A – Z“ von Walther und Ulrich Haage im Buchhandel erscheinen.

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