TASPO GartenMarkt

50 Jahre BGM Mannheim: Hoher Anteil marktnaher Erzeugung

Im Beisein von Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau und anderen Spitzenvertretern der „grünen Branche“ wurde am 18. Juni im Rahmen einer Festveranstaltung das 50. Jubiläum des Blumengroßmarktes (BGM) Mannheim begangen. Aus kleinen Anfängen hat sich in dem halben Jahrhundert der größte Blumen- und Pflanzenanbieter im Rhein-Neckar-Raum entwickelt.

Rund 600 Gäste kamen zum Jubiläumsfest in die Blumenvermarktungshalle.Foto: BGM

Mit über 50 Anbietern auf einer Gesamtfläche von 17. 000 Quadratmetern steht ein Vollsortiment bereit, bei dem rund 50 Prozent der frischen Ware aus marktnaher, regionaler Erzeugung stammt.

„Einen Markt zu eröffnen, ist leicht. Schwer ist es, ihn geöffnet zu halten.“ Dieses Sprichwort stellte Raimund Korbmacher, Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte, seinem Grußwort voran. Und wirklich: Obwohl „schon seit den 70ern versucht wird, die traditionell vermarktenden Blumengroßmärkte totzureden, hat sich der Blumengroßmarkt Mannheim stetig qualitativ weiterentwickelt“, betont Hans-Georg Biller, Geschäftsführer des BGM Mannheim, gegenüber der TAS-PO. „Nicht der Fetteste, sondern der Fitteste wird in Zukunft bestehen, die schiere Größe ist noch lange kein Zeichen von Stärke“, schließt er an.

Am Blumengroßmarkt Köln hatten sich die Mannheimer Verantwortlichen orientiert, als vor 50 Jahren aus der 1958 gegründeten Genossenschaft Pfälzischer und Badischer Erzeuger eine gemeinsame Vermarktungsstätte aufgebaut wurde. Heute bietet der Blumengroßmarkt alles, was zeitgemäße Pflanzen- und Blumenvermarktung voraussetzt. Allein die Blumenverkaufshalle ist 3.200 Quadratmeter groß, es stehen rund 1.000 Quadratmeter Kühlfläche zur Verfügung, 9.000 Quadratmeter Parkplätze – gute Bedingungen für problemlosen Einkauf.

Mittlerweile kommen rund zwei Drittel der Erzeuger aus der Pfalz

„Mannheim hatte immer gute Topfanbieter, die Erzeuger in der Pfalz und in Baden sind traditionell stark bei Freilandrosen und Sommerschnittblumen“, erläutert der Mannheimer Geschäftsführer Hans-Georg Biller den hohen Anteil marktnaher, regionaler Erzeugung. Wobei mittlerweile rund zwei Drittel der Erzeuger aus der Pfalz kommen, weil „Grund und Boden im Badischen sehr teuer geworden ist“, wie der Mannheimer Geschäftsführer erklärt. Die Anbieterstruktur hat sich wie auf vielen anderen Blumengroßmärkten in der jüngeren Vergangenheit geändert. Es sind weniger Anbieter geworden – doch die sind gewachsen. Etabliert hat sich ein Vollsortiment mit über 50 Marktbeschickern – der Blumengroßmarkt Mannheim ist voll vermietet.

In der Kundenstruktur spielt der Blumenfacheinzelhandel eine zentrale Rolle. Selbstverständlich gehört ebenfalls der Wochenmarkthandel zu den Einkäufern, zudem kleine, selbstständige Lebensmittelläden. So wie die Vermarktungs- ist auch die Einkäuferstruktur traditionell gewachsen, eine bewährte Partnerschaft. „Der direkte, persönliche Kontakt zwischen Anbieter und Kunden ist nach wie vor ein ganz entscheidender Vorteil – neben Frische, der Breite des Angebots und der Sortenvielfalt“, erklärt Biller die ungebrochene Anziehungskraft des Blumengroßmarktes Mannheim.

Telefonvertrieb mit zweistelligen Zuwachsraten

Traditionelle, bewährte Strukturen – das ist eine Sache. Doch die Zeiten ändern sich bekanntlich, und auch auf dem Blumengroßmarkt Mannheim hat man darauf reagiert. Ein Beispiel ist etwa der Lieferservice, den viele Kunden in der Region nicht mehr missen möchten. 1998 etabliert wird mittlerweile mit eigenem Fahrzeug gearbeitet. Der Lieferservice geht Hand in Hand mit dem im Jahr 2003 eingerichteten Telefonvertrieb, der sich beispielsweise an Inhaber großer Gartencenter richtet. „Wir verzeichnen in diesem Bereich Jahr für Jahr zweistellige Zuwachsraten“, freut sich Biller.

Rund 600 Gäste waren zum Festakt am 18. Juni in die vor zehn Jahren zu einer modernen Multifunktionshalle umgebauten Blumenhalle erschienen, darunter natürlich viele Kunden. Doch sollte die Zahl nicht darüber hinwegtäuschen, dass der inhabergeführte Blumenfacheinzelhandel bundesweit vor großen Umbrüchen steht. „Wir erleben einen deutlichen Generationswechsel im Blumenfacheinzelhandel“, weiß Biller. „Wir sollten alle darum bemüht sein, dass nicht da, wo im Familien- oder Mitarbeiterkreis kein Nachfolger gefunden wurde, rentable Betriebe schließen müssen“, führt er weiter aus.

Sein Blick richtet sich dabei auf die rund 15.000 Facheinzelhandelskunden, die heute täglich auf den Märkten der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte einkaufen. Wobei weit über 350 Millionen Euro umgesetzt werden. Sollte diese Einzelhandelsstruktur weiter deutlich ausdünnen, rutschen immer mehr Marktanteile in Richtung Systemhandel – mit weitreichenden Folgen für die ganze „grüne Branche“. (mh)