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50 Jahre Komatsu Utility Europe: Einblicke in Produktion und Unternehmenskultur

Zwischen der Produktionsanlage und den eindrucksvollen Mauern des Kastells von Este (Italien) fanden die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum von Komatsu Utility Europe (KUE) statt. Das Management des italienischen Unternehmens hatte ein Event mit verschiedenen Höhepunkten zusammengestellt: vom Treffen mit den Top-Managern der Komatsu-Gruppe, die eigens aus Japan und Belgien nach Este angereist waren, bis zum abschließenden Besuch der Produktionsanlage. 

Enrico Prandini, Managing Director Komatsu Utility Europe, und Tetsuji Ohashi, Präsident und CEO von Komatsu Ltd., erinnerten an die Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Der erste Baggerlader, den der im Landmaschinenbau erfahrene Firmenbegründer Giovanni Bettanin 1963 entwickelte, war der FAI 64SL. Die erste Partnerschaft zwischen FAI und Komatsu entstand 1988. Die bekanntere Komatsu-Gruppe erwarb ein Jahr später zehn Prozent und 1996 das gesamte Aktienpaket von FAI.

Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen in Este in Komatsu Utility Europe umbenannt, verzeichnete zwischen 2004 und 2007 ein enormes Produktivitätswachstum und erreichte in verschiedenen Ländern die Marktspitze. Das Jahr 2008 endete dagegen mit einer Verringerung der Nachfrage aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise. In Anbetracht der schwierigen Marktsituation schränkte das Unternehmen die Produktion ein, restrukturierte sich und setzte zwischen 2008 und 2013 konsequent auf Optimierung der Produktionssysteme, Standardisierung der Produkte auf höherem technologischem Niveau, Schulung, verbesserte Sicherheit, Umweltschutz und entschiedene Ausrichtung auf die Zufriedenheit des Kunden.

Ständig weiterentwickelt hat sich in den 50 Jahren die Konstruktionskultur in der Produktionsanlage von Komatsu Utility Europe. Das Werk KUE verfügt über innovative Montagebänder mit variabler Geschwindigkeit, die eine größere Flexibilität in der Fertigung ermöglichen.

Darüber hinaus wurde, um optimal auf die neuen Marktgegebenheiten reagieren zu können, die Produktion seit 2008 reorganisiert: das zuvor verwendete Push-System – bei dem die Produktion auf der Grundlage vorher festgesetzter Logiken geplant wurde und auf Skaleneffekte abzielte – wurde abgeschafft und durch das Pull-System ersetzt. Hierbei bestimmt die Nachfrage des Marktes die Produktion hinsichtlich Anzahl und Typologie der Maschinen.

2010 begann die KUE in Este mit der Implementierung einer neuen Logistik. Eine Phase, die noch immer nicht abgeschlossen ist. Nach dem Vorbild anderer Produktionsanlagen von Komatsu hat sich die Beschickung der Linien extrem verkürzt – von zwei Tagen auf zwei Stunden. Dafür wurde das Lager eines externen Lieferanten in die KUE verlagert, wodurch ein Liefersystem nach dem Prinzip „Just in Time“ verwirklicht werden konnte. Komatsu kann dadurch das einzelne Stück erst wenige Minuten, bevor es montiert wird, kaufen. Mittels zweier kleiner Züge, die jeweils alle zwei Stunden nach genauen Zeitplänen starten, wird die Linie für die Montagephasen mit spezifischen Maschinensätzen beliefert. Gleichzeitig ist das Lager so organisiert, dass die Montagephasen genau aufeinander abgestimmt sind.

Die Qualitätssicherung in Este folgt den strengen Standards der japanischen Kultur, ausgerichtet auf Spitzenleistungen sowie auf die Minimierung von Mängeln. Von der Planung über die Pilotserie und Serienproduktion bis hin zum Service nach dem Verkauf – in allen Phasen greift das Produkt-Kontrollsystem. Aufgrund dieser Organisation und auch dank der besonderen Partnerschaft mit den Lieferanten, mit denen Komatsu das eigene Know-how teilt, konnte das Unternehmen die Reparaturanfragen seitens der Kunden im Vergleich zur Vergangenheit und im Vergleich zu den größeren Wettbewerbern um eine beträchtliche Zahl verringern. In der Folge konnten auch die Garantiekosten reduziert werden. (jl)