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Alexa, Siri und Co: Freund oder Feind?

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Sprachassistenten sind ein Verkaufspunkt der Zukunft: Das Kaufen via Alexa, Siri und Co. wird den Handel revolutionieren, prognostizieren Experten. Wie kann die Grüne Branche daran teilhaben? Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky vom Trendforschungsinstitut 2b AHEAD ThinkTank gibt Antworten.

Wohin geht die Reise?

Es werden Milliarden von Künstlichen Intelligenzen entstehen. Jeder wird sie in Form von Sprachassistenten auf dem Smartphone haben. Die eine App kümmert sich um Karriere, die andere ums Essen, die dritte um Wellness; wieder andere geben Empfehlungen zur Kindererziehung oder was ich kaufen sollte. Händler, die solche Assistenten dem Kunden anbieten, haben einen strategischen Vorteil. Die Künstliche Intelligenz weiß durch Beobachten unseres täglichen Tuns bald mehr über uns als wir selbst – weil wir viele Entscheidungen unbewusst treffen.

Bei der Gartenarbeit zum Beispiel wird Künstliche Intelligenz oder der Sprachassistent mich auf Basis meiner Daten kennenlernen, und mir die passendsten Dinge vorschlagen. Der Sprachassistent kann nur das empfehlen, was auf der App vom Händler eingepflegt oder programmiert wurde. Viele Händler warten aber immer noch ab.

Was sollte der Handel jetzt tun?

Der Kunde wird im Gartenbereich nur eine App nutzen. Ob von Anbieter A oder B hat damit zu tun, wer den Kundenkontakt hat und schneller ist. Aber auch damit, wie gut die App ist – wenn sie nur Marketing-Geschwätz absondert, werden die Kunden sie nicht dauerhaft nutzen.

Wenn sie aber so intelligent ist, dass sie mich beim Umgraben eines Beetes beobachtet und analysiert, wie ich das mache und mir Tipps gibt, wie es besser geht – oder meinen Kindern erklärt, wie man Möhren sät – wenn sie also echten Nutzen für meine Tätigkeit im Garten bringt, dann wird sie auch verwendet. Und dann ist sie an erster Stelle mein Ansprechpartner, wenn ich etwas kaufen will.

Wie kann der Handel die Sprachassistenz nutzen?

Entweder gliedert er sich (kostenpflichtig) in Alexa und Co. ein, oder er entwickelt einen eigenen Sprachassistenten, entweder als eigenes Gerät für das Wohnzimmer oder als App auf dem Handy.

Durch das gesagte Wort „Gartenmarkt“ aktiviert sich in Alexa ein Programm (= Skill), was den Nutzer automatisch zum Anbieter des Skills leitet. Technologisch ist das kein Problem. Aber die Zahl der Keywörter ist sehr begrenzt. Ist der Begriff Gartenmarkt erst einmal mit einem anderen Händler besetzt, wird es schwer. Die App bestellt bei dem Händler, der sie programmiert hat.

Ein ausführliches Interview mit Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky lesen Sie in „Gartencenter 2050“, das als Beilage in TASPO 18/2019 erschienen ist.