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Alternative Energieerzeugung: Altanlagen könnten betroffen sein

Nach Einschätzung von Jörg Simon, Technikberater der Beratungsstelle Friedberg, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), betrifft die Novelle zur Bundesimmissionsschutzverordnung den Gartenbau nur dort, wo kleine, nicht genehmigungspflichtige Anlagen betrieben werden. Das können zum Beispiel auch Kaminöfen in Privat- oder Arbeitsräumen sein, die so genannten Einzelraumfeuerstätten. Dagegen würden in größeren Brennanlagen mit Kesselleistungen von durchschnittlich 600 bis 900 Kilowatt, wie sie in Gartenbaubetrieben üblich sind, ohnehin moderne Verbrennungstechniken eingesetzt. Damit würden die gesetzlichen Vorgaben zu Feinstaubemissionen erfüllt, eine solide Planung vorausgesetzt. Neuere Anlagen, die in den letzten fünf Jahren installiert wurden, nutzen Systeme zur Rauchgasreinigung (beispielsweise Abgaswascher), mit denen selbst die zukünftigen Grenzwerte eingehalten werden können. Daher seien im Gartenbau lediglich einige Altanlagen betroffen, die gegebenenfalls mit neuen Filtern ausgerüstet werden müssten. Die Preise für Filter wie Abgaswascher seien in den letzten Jahren deutlich gesunken, so Simon. Bei der Nachrüstung der erwähnten größeren Anlagen müsse man für einen 600-Kilowatt-Kessel mit Kosten von rund 15000 bis 20000 Euro rechnen. Ob die Feuerungsanlage den neuen Grenzwerten entspricht oder nachgerüstet werden muss, kann der Hersteller oder der Bezirksschornsteinfegermeister klären. Mit der Novelle werde noch einmal die Notwendigkeit des Einsatzes von Wärmepuffern deutlich. 25 Liter je Kilowatt sollen als Mindestgröße angesetzt werden. Bei einer 900-Kilowatt-Biomasseheizung bedeute dies eine Puffergröße von rund 23000 Litern, wobei dann ohnehin Tankgrößen von 25000 Litern interessant seien, so Simon. Für wesentlich hält er die in der Novelle geplante Zulassung von Getreide als Regelbrennstoff, das seiner Ansicht nach in Zukunft auch im Gartenbau eine größere Rolle spielen werde. Auch, weil Getreide seit 2005 nicht mehr entsorgt werden darf, so dass die Menge an "Abfallgetreide" wächst.

"Kessel zur Verbrennung von 'pelletierbarer Biomasse', dazu zählt auch Getreide, sind für mich die Kessel der Zukunft", sagt Simon. Diese Kessel sind mit einer Feuerungstechnik ausgerüstet, die sie selbst mit problematischen Brennstoffen wie Getreide fertig werden lässt. Das mache sie zwar in der Anschaffung teurer, doch sei man damit unabhängiger von der Art des Brennmaterials und dessen Preisschwankungen. Vor dem Neubau einer Anlage, die beispielsweise ausschließlich auf Holz ausgelegt ist, sollte man auf jeden Fall sicherstellen, dass das Brennmaterial auch langfristig verfügbar ist. Den Entwurf zur Novelle der 1. BlmSchV und die Begründung zum Referentenentwurf finden Sie im Download-Bereich unserer Internetseite www.taspo.de.