Asiatische Hornisse keine Bedrohung

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Für die europäische Imkerei stelle die Asiatische Hornisse laut NABU keine Bedrohung dar. Foto: Fablegros / Pixabay

Verschiedenen Medienberichten zufolge bedrohe die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) aktuell die heimische Bienenpopulation und die europäische Imkerei. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gab allerdings Entwarnung, da es zu leichten Verwechselungen mit der Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia) kommen könne. Weitreichende Folgen bleiben noch abzuwarten.

Erstmals 2004 in Frankreich entdeckt

Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und breitet sich in Europa beständig aus, daran besteht kein Zweifel. Erstmals wurde sie 2004 auf in Frankreich entdeckt. Das Land ist mittlerweile bereits zu weiten Teilen von der Asiatischen Hornisse besiedelt, aus den Nachbarländern kommen ebenfalls immer mehr Nachweise. So gebe es in Belgien und den Niederlanden, auf der iberischen Halbinsel und in Italien inzwischen Nachweise.  In Deutschland gebe es derzeit Einzelfunde am Oberrhein und neuerdings auch in Hamburg. „Die Asiatische Hornisse wurde vermutlich mit asiatischen Importwaren eingeschleppt ", so NABU-Expertin Melanie von Orlow.

Globalisierung und Klimawandel begünstigen eingeschleppte Art

Im Zuge des Klimawandels und milder werdender Winter fanden die Asiatischen Hornissen in Europa gute Voraussetzungen, um stabile Populationen bilden zu können. Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zeigt, dass sie mit dem europäischen Klima gut zurechtkommt und hier nur geringen Druck durch Fressfeinde oder Konkurrenten erfährt. Der erste Nachweis in Deutschland gelang 2014 in Waghäusel bei Karlsruhe (Baden-Württemberg). Im Herbst 2019 trat die Vespa velutina auch in Südhessen rund 50 Kilometer nördlich des Erstfundortes von 2014 auf. Spannend – und überraschend – ist der Lebendfund einer Asiatischen Hornisse Anfang September 2019 in Hamburg-Billbrook. Dies sei laut NABU zugleich der bisher nördlichste Nachweis der wärmeliebenden Art.

Asiatische Hornisse ist nicht gleich Asiatische Riesenhornisse

Bei der nach Europa eingeschleppten Hornisse Vespa velutina handele es sich laut NABU allerdings nicht um die Riesenhornisse (Vespa mandarinia). Diese sorge aktuell in den USA als „Honigbienenkillerin“ für Aufsehen und rufe auch gelegentlich stärkere allergische Reaktionen bei Menschen hervor. Die Riesenhornisse Vespa mandarinia kommt allerdings in Deutschland nicht vor, gibt der NABU Entwarnung. Die Einwanderung von Vespa velutina nach Europa sei inzwischen unumkehrbar. „Zwar bringt Vespa velutina aller Voraussicht nach keine essentielle Bedrohung für die europäische Imkerei, die genauen Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt sind jedoch noch nicht abzusehen.“ Häufig haben Einschleppungen von Tieren negative Folgen für fremde Lebensräume.