TASPO GartenMarkt

Automatisierung im Gartenbau: Obstbauroboter „Cäsar“ und „GeJo“ Sortiermaschine

Zukunftsweisende Technologien, wie sie auf der Baumschultechnik 2012 zu sehen waren, ermöglichen inzwischen auch die Automatisierung komplizierter und variabler Arbeitsabläufe. Mithilfe von GPS-Steuerung können Maschinen mittlerweile wie von „Geisterhand“ über das Feld fahren und Arbeiten völlig autonom erledigen. Ein Beispiel hierfür ist der Obstroboter „Cäsar“ der Firma Raussendorf aus Obergurig.

Intelligente Systeme sind zudem in der Lage, das zu bearbeitende Objekt teils durch computerbildanalytische Verfahren spezifisch zu analysieren und zu interpretieren, um dann die gezielte Robotersteuerung auszulösen. Die neue Technik kommt zum Beispiel in der elektronischen Sortiermaschine von GeJo Grading Services B.V. aus dem niederländischen Luttelgeest zum Einsatz.

Der Obstroboter Cäsar ist ein Maschinensystem zur Bodenpflege, Pflanzenschutz, Düngung, Ernte und Transport. Das via GPS „ferngesteuerte“ Spezialfahrzeug ist für den zeitweiligen autonomen Einsatz in geschlossenen Anlagen des Obst- und Weinbaus entwickelt worden. „Es ist tatsächlich möglich, den Obstroboter seine Arbeit alleine machen zu lassen“, erklärt Mario Aßmann, der bei Raussendorf für das Marketing verantwortlich ist.

„Voraussetzung dafür, dass das Gerät alleine fährt, sind ein abgesperrtes Gelände, geschultes Personal sowie programmierte Tourenpläne auf Grundlage von GPS-Daten.“ Das autonome Fahren wird durch das herkömmliche differenzierte GPS-Signal in Verbindung mit einem Korrektursignal erzielt. Wie üblich kann das Korrektursignal zum einem über eine ortsfeste RTK-Bodenstation oder alternativ über das Mobilfunknetz gesendet werden.

Die Kombination von GPS-Daten und dem Korrektursignal ermöglichen beim Einsatz des Obstroboters eine absolute und wiederholbare Genauigkeit der Fahrspur mit Abweichung von maximal zwei bis drei Zentimetern. Cäsar kann auf zwei Arten mit dem entsprechenden Datenmaterial gefüttert, werden, das ihm autonomes Fahren innerhalb der Anlage ermöglicht.

Zum einen können die Tourenpläne bereits bei der Neuanlage einer Obst- und Weinanlage programmiert werden. Nach Übertragung der Daten auf den Bordcomputer des Obstroboters kann Cäsar seine Arbeit aufnehmen. „Die zweite Möglichkeit besteht darin, die entsprechende Route vor der Arbeit einfach abzufahren, um für den Roboter anhand der aufgezeichneten Daten die produktive Fläche festzulegen“, so Mario Aßmann weiter.

„Cäsar fährt bis zu sechs Kilometer pro Stunde Spitze und wiegt 1.600 Kilogramm. Bei weiteren Entfernungen kann er einfach mit dem Anhänger zum Einsatzgebiet gefahren werden. Kleinere Strecken werden mithilfe einer Funkfernbedienung überwunden“, führt der Marketing-Verantwortliche weiter aus.

„Sollte sich Cäsar während des Betriebes ein Hindernis in den Weg stellen, wird über Ultraschallsensoren ein Schnell-Stopp eingeleitet, der die Kollision verhindert.“ Ist das Hindernis entfernt, muss das Fahrzeug neu gestartet werden. Zudem sichert eine ständige Verbindung über Funk oder Mobilfunk zwischen Fahrzeug und Basisstation die Überwachung des Betriebszustandes und des Standortes.

Lesen mehr über den Portaltraktor Arbor-Rex und die GeJo-Sortiermaschine in unserer aktuellen TASPO Ausgabe 46/2012. (ck/ts)