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Autoreifen aus Löwenzahn in greifbarer Nähe?

Bio-Reifen für landwirtschaftliche oder gewöhnliche Nutzfahrzeuge sind nicht mehr nur eine Vision. Hersteller in ganz Europa widmen sich geeigneten Extraktionsverfahren, die Gummi aus Löwenzahnpflanzen gewinnen sollen. Schon in diesem Jahr möchte beispielsweise Mitas, ein ursprünglich aus Prag stammendes Unternehmen, Reifen aus Löwenzahn testen.

Der kasachische Löwenzahn ist für viele Reifenhersteller vielleicht der Rohstoff der Zukunft. Foto: Mitas

Kasachischer Löwenzahn als Rohstoff

Den Rohstoff bildet eine dem hierzulande gewöhnlichen Löwenzahn ähnliche Pflanze: Taraxacum koksaghyz oder einfacher kasachischer Löwenzahn. Wertvoll für die Gummigewinnung ist vor allem die Wurzel des Gewächses.„Wir suchen immer nach neuen nachwachsenden Rohstoffen, die wir zur Produktion unserer Reifen benutzen können“, erklärt Sales Marketing Director Andrew Mabin. „Unser Forschungs- und Entwicklungsteam sucht aktiv nach Möglichkeiten, unsere Produktionsprozesse zu optimieren, dazu gehört natürlich auch die Analyse neuer Roh- oder Ersatzstoffe“, so Mabin weiter.  

Projekt DRIVE4EU widmet sich dem Rohstoff Löwenzahn

Mitas folgt mit der Erforschung ganz der Linie des Projekts DRIVE4EU (Dandelion Rubber and Inulin Valorization and Exploitation for Europe) das sich mit der Gewinnung von Gummi aus Löwenzahn und der Inwertsetzung von Inulin befasst. Inulin ist ein Stoff, der in Pflanzen vorkommt und als Stärkeersatz dienen kann.

Die Gummipartikel, die aus dem kasachischen Löwenzahn extrahiert werden, ähneln denen des Kautschukbaums. Natürlicher Kautschuk ist beständiger als chemisch erzeugter Kautschuk. Deshalb ist der Rohstoff für die Reifenindustrie so wichtig. Für die Hersteller würde ein neuer nachwachsender Rohstoff weniger wirtschaftlichen Druck bedeuten. Die Unternehmen sind stark von den Preisen für Naturkautschuk abhängig.

Reifenhersteller experimentieren in ganz Europa

Reifenhersteller in ganz Europa experimentieren nun mit ähnlichen Versuchsreihen. Berichten der WAZ zufolge gehen Wissenschaftler in den Diensten von Continental davon aus, dass aus 50 Kilogramm Löwenzahn ein Kilogramm Gummi gewonnen werden könnte. Der deutsche Hersteller Continental scheint mit seinem Programm schon weit fortgeschritten. Auf der IAA im vergangenen Jahr präsentierte das Unternehmen bereits erste Testreihen. Continental kooperiert zur weiteren Erforschung mit dem Fraunhofer-Institut. (ts)