Bau- und Gartenmärkte unter starkem Wetter- und Corona-Einfluss

Veröffentlichungsdatum:

Bau- und Gartenmärkte hatten im ersten Halbjahr mit den Auswirkungen von Corona und den Wetterkapriolen zu kämpfen. Foto: Green Solutions

Verzeichneten Bau- und Gartenmärkte im vergangenen Jahr einen bis dato kaum vergleichbaren Boom, kämpfen die Unternehmen in diesem Jahr erneut mit dem Einfluss des Corona-Virus‘ sowie der diesjährigen Wetterkapriolen.

Umsatzrückgang von gut 15 Prozent

Das Jahr 2021 bleibt unberechenbar, heißt ein Fazit des ersten Halbjahres, welches der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) gezogen hat. Konnten Bau- und Gartenfachmärkte 2020 ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnen, blieb ein vergleichbarer Boom im ersten Halbjahr 2021 aus. War das Reisen im vergangenen Jahr noch aufgrund von Corona-Restriktionen eingeschränkt, investierte die Bevölkerung in das eigene Zuhause und vor allem in die Gärten, Balkone und Terrassen. 2021 stellt sich die Situation anders dar. Durch eine breit ausgeweitete Lockdown-Phase und die folgende Verunsicherung der Kunden war ein deutlicher Umsatzrückgang bei den deutschen Bau- und Gartenfachmärkten zu spüren. Erschwerend hinzu kam der doch sehr kalte und verregnete Frühsommer, wodurch die Lust auf Garten- und Außenrenovierungsaktivitäten deutlich abnahm. Zudem sei auch wieder ein Reisedrang der Menschen spürbar, nachdem man ein Jahr darauf verzichten musste. Außerdem machen Materialengpässe geplanten Renovierungsarbeiten immer noch einen Strich durch die Rechnung. Laut BHB konnte die Branche bisher 10,03 Milliarden Euro erwirtschaften, was einen Umsatzrückgang von etwas über 15 Prozent verglichen mit dem Vorjahr darstellt.

Optimismus für zweite Jahreshälfte

Im Vergleich mit dem Boom-Jahr 2021 bleiben 21 von 22 Sortimentsgruppen unter Vorjahresniveau. Lediglich die Kategorie Holz konnte eine leichte Steigerung von 0,6 Prozent verzeichnen. Die größten Verluste mussten in den Kategorien Haushaltswaren (-32,6 Prozent), Eisenwaren/ Sicherungstechnik (-26,2 Prozent) und Wohnen/ Dekoration (-25,6 Prozent) hingenommen werden. Trotz der schwierigen Vorzeichen im ersten Halbjahr blicken die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland optimistisch auf die zweite Jahreshälfte. Es werde mit einer Stabilisierung gerechnet und mit einer Fortsetzung des Trends aus dem vergangenen Jahr. Unsicherheit herrsche allerdings auch weiterhin in Bezug auf die Pandemiebekämpfung. Wird es im Herbst einen erneuten Lockdown geben?

„Erstes Halbjahr deutlich verhagelt“

„Bislang haben die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland nicht viel Glück mit diesem erneut völlig atypischen Jahr gehabt. Konnte die Branche in 2020 noch durchgehend von ihrer anerkannten Systemrelevanz profitieren, haben die langwierigen Lockdown-Beschränkungen des stationären Geschäftes besonders im ersten Quartal und danach die ausgesprochen ungünstige Wetterentwicklung das erste Halbjahr ernsthaft verhagelt“, blickt BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst auf das erste Halbjahr zurück. „Auch wenn der Baumarkthandel sein Online-Geschäft mittlerweile solide ausgebaut und die Prozesse dazu in der Pandemie noch deutlich verbessert hat, konnte dies die Verluste durch die behördlichen Beschränkungen des stationären Einkaufs in unseren Märkten nicht ausgleichen. Nach wie vor machen die Märkte mit Ihren Fachabteilungen, dem riesigen direkt verfügbaren Warensortiment, der Beratung vor Ort und dem persönlichen Kontakt den Löwenanteil des Geschäftes aus, und dies wird auch künftig in weiten Teilen so bleiben“, ergänzt BHB-Vorstandssprecher Franz-Peter Tepaß.