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BBiG-Novelle: ZVG plädiert für Meister-Titel

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In der aktuellen Debatte um die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) positioniert sich der Zentralverband Gartenbau (ZVG) in einer Meldung und hält weiterhin an der bewährten Fortbildungsbezeichnung „Meister“ fest. Zudem komme die Digitalisierung im Gesetzentwurf zu kurz.

Der ZVG plädiert für eine Beibehaltung des Meister-Titels bei der Novellierung des BBiG. Foto: GMH

Novellierung des BBiG

Seit 50 Jahren existiert das Berufsbildungsgesetz mittlerweile und regelt die verschiedenen Abschlüsse und Bezeichnungen. Aktuell laufen Gesetzgebungsverfahren, um dieses BBiG zu modernisieren und vor allem durch neue Bezeichnungen gegenüber der akademischen Ausbildung zu stärken. In dieser Woche gab es eine Anhörung zu den Entwürfen vor dem Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung mit geladenen Sachverständigen. Allerdings stoßen die Novellierungen bei den Agrarverbänden nicht auf gerade auf fruchtbaren Boden. Gemeinsam haben sich die Verbände (Deutscher Bauernverband (DBV), Verband der Landwirtschaftskammern (VLK), Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Zentralverband Gartenbau (ZVG)) bereits in einer Stellungnahme dagegen ausgesprochen.  

ZVG mahnt Schwachstellen an

In einer Stellungnahme zu den geplanten Novellierungen positioniert sich der ZVG nun auch selbst nochmals deutlich und mahnt Schwachstellen in einzelnen Punkten an. Vor allem komme die Digitalisierung im Gesetzesentwurf zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung zu kurz. „Wir vermissen insbesondere Maßnahmen, die die fortschreitende Digitalisierung berücksichtigen“, erklärt Jakob Hokema, Vorsitzender des ZVG-Ausschusses für Bildungspolitik und Berufsbildung. Weiter erläutert er, welche digitalen Maßnahmen es bereits gebe. „Der gärtnerische Berufsstand gibt beispielsweise Auszubildenden und Ausbildern seit 2015 mit einem Online-Berichtsheft die Möglichkeit, dieses auch digital zu führen. Daher wäre es nur folgerichtig, solche Ausbildungsnachweise auch online einreichen zu dürfen und sich auf diesem Wege auch zur Prüfung anzumelden.“

Abschlussbezeichnungen können Verwirrungen auslösen

Weiterhin kritisiert der ZVG auch die Ankündigung, neue Bezeichnungen für bestimmte Berufsabschlüsse einzuführen. „Geprüfte/r Berufsspezialist/in“, „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ würden demnach zu Begriffsverwirrungen mit den Hochschulabschlüssen führen. Der ZVG plädiert daher klar und deutlich dafür, den Meister-Titel als Abschlussbezeichnung zwingend zu erhalten. Zudem sollen Abschlussberichte mit Entwicklungsperspektiven und konkreten Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ abgewartet werden. Diese werde für Sommer 2021 erwartet und können wichtige Erkenntnisse liefern, die direkt in die Novelle einfließen können.