TASPO GartenMarkt

Beispiel Bockkäfer: mit gezielter PR aus der Krise

Immer wieder finden heikle Themen den Weg in die Öffentlichkeit, die dem Gartenbau auf den ersten Blick eher schaden als nützen. Gespritzte Valentins- und Muttertagsrosen, der EHEC-Skandal – oder die aktuellen Funde des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) sowie des Citrusbockkäfers (CLB). Wie sollte die Branche auf solche Meldungen in der Öffentlichkeit reagieren? 

Aus der Not eine Tugend machen: Fachkompetenz beweisen können Betriebe, die sich auch mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (kl. Foto) auskennen. Fotos: Katrin Klawitter/LfL

„Reaktive Krisenarbeit“ nennt sich das im Fachjargon und ist, ebenso wie eine „präventive Krisenarbeit“, ein Thema, mit dem sich unter anderem auch die Verbände zunehmend intensiver beschäftigen. Die TASPO fragte in der Branche nach.

Öffentliche Aufmerksamkeit: Licht und Schatten
Gerade an den aktuellen ALB- (Magdeburg und Schönebach) und CLB-Funden (Anzing) lässt sich sehr gut darstellen, welche helfenden Effekte, aber auch, welche nachhaltigen negativen Auswirkungen solche Meldungen auf die Branche haben können. Zum einen ist es – wie aktuell in Sachsen-Anhalt geschehen – gerade nach solchen Berichten der öffentlichen Aufmerksamkeit zu verdanken, dass weitere befallene Laubbäume gefunden werden.

Andererseits hat die öffentliche Aufmerksamkeit aber auch ihre Schattenseiten: In Bayern hatte die ALB-Problematik dazu geführt, dass eine Baumschule nicht nur vorsorglich 80 eigene Bäume fällen musste und auf dem Schaden von 50.000 Euro sitzen blieb. Noch schlimmer: Der Umsatz der Baumschule war seitdem monatelang um 40 Prozent geringer als gewöhnlich, weil aufgrund der Käferproblematik keine Kunden kamen.

Gezielte Öffentlichkeitsarbeit
Wie aber kann die Branche durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit begleiten und begleitet werden, um bei solchen Risikothemen möglichen Schaden von Betrieben abzuwenden? Für eine offene Kommunikation spricht sich eine unabhängige Gutachterin, die Gartenbau-Ingenieurin Angelika Tiedtke-Crede aus Hannover, in der aktuellen TASPO 47/14 aus.

Dass diese reaktive Krisenarbeit aber auch ihre Tücken hat und das Einhalten wichtiger Regeln benötigt, erklärt Michael Legrand, Projektleiter des Grünes Medienhauses (Bonn). Was in Krisenfällen bei der Öffentlichkeitsarbeit unbedingt vermieden werden sollte, verrät der Fachmann ebenfalls in der TASPO 47/14. Dort lesen Sie außerdem, welche Position Verbände wie der Bund deutscher Baumschulen zu diesem Thema vertreten. (kla/ts)