TASPO GartenMarkt

Besser mit Café: VDG-Wintertagung gab über drei Tage Einblicke in die Welt der Gartencenter

Mit einem neuen Höchststand von 280 Teilnehmern ging die diesjährige Wintertagung des Verbandes deutscher Garten-Center (VDG) vom 15. bis 17. Januar in Dortmund mit einem kulinarischen Event, dem Wintergrillen der Weber Grillakademie im Gartencenter Herde, zu Ende. Bereits der Auftakt am Sonntag bot Themen kulinarischer Art, nämlich den Austausch über gastronomische Erfahrungen. 

Beides hat seinen guten Grund: So gibt es seit zwei bis drei Jahren keine Neueröffnung mehr ohne ein Café. Und der Grillbereich wächst im Gartencenter weiterhin zweistellig. Zusammen mit einem breiten Zusatzsortiment zur Pflanze trägt ein Café oder Restaurant immer mehr dazu bei, Schlechtwetterperioden abzupuffern.

Grundsätzlich sieht sich die Gartencenter-Branche in der glücklichen Lage, von der Konjunktur weitgehend abgekoppelt zu sein. Das erklärt das steigende Interesse der Industrie, das sich in einer weiter zunehmenden Zahl an fördernden Mitglieder im VDG äußert. Zudem zeigen Hersteller aus anderen Bereichen, etwa Hausrat und Wohnkultur, Interesse an der Branche. Speziell der Küchenbereich gewinnt an Bedeutung und führt dazu, dass sich entsprechende Hersteller um die Branche bemühen.

Trotz der extremen Witterung im vorigen Jahr – die Saison war nach einem sehr frühen, erfolgreichen Start quasi Mitte Mai zu Ende – melden die VDG-Erfagruppen ein Umsatzplus von 1,7 bis 1,9 Prozent. Sie liegen damit auf Höhe des normalen Einzelhandels, wie Eckhard Heinemann, Vorsitzender des VDG ausführte. Das gute Abschneiden in diesem „verrückten, extremen Jahr“ spreche für die Reaktionsfreudigkeit und -fähigkeit der Gartencenter.

Im Unterschied zu anderen Jahren gab es deutlich stärkere Ausschläge nach oben oder unten, Betriebe, die wesentlich erfolgreicher waren, andere hatten leichte Umsatzverluste. Am stärksten gelitten hatten Gartencenter, die sehr stark B&B- und baumschullastig sind, so Heinemann. Die Saison gewann erst mit dem Weihnachtsmarkt und Poinsettiengeschäft wieder spürbar an Fahrt. Der Boutiquebereich habe gewonnen, so weitere Angaben zur Entwicklung der Sortimentsbereiche. Die Zimmerpflanze habe leicht zugelegt, die Floristik stagniere.
Vor diesem Hintergrund der allgemeinen Marktentwicklung sei es schon ein hehres Ziel, unterstrich der VDG-Vorsitzende den Erfolg der Gartencenter, mit dem Umsatzwachstum auf Höhe der Inflationsrate zu liegen oder sie leicht zu übertreffen.

Dabei sieht sich der Gartenmarkt zwar im Vergleich zu anderen Branchen abgekoppelt von der wirtschaftlichen Entwicklung, nicht aber vom Wetter. Gerade im zurückliegenden Jahr erforderten die Extreme ein hohes Maß an Flexibilität. Der Erfolg war dabei nicht unbedingt von der Betriebsgröße abhängig, sondern von der Breite des Angebots. „Am glücklichsten waren Betriebe, die ihr Sortiment über die Pflanzen hinaus mit Zusatzsortimenten diversifiziert haben, bis hin zur Gastronomie,“ erklärt Heinemann die Erfa-GruppenZahlen. Im kühlen Sommer waren die Cafés gut frequentiert, verbunden mit Mitnahmeeffekten. Im Januar könne die Gastronomie schon einmal einen zweistelligen Beitrag zum Umsatz leisten.

Das gute Abschneiden der Betriebe schlägt sich im übrigen auch im Verband nieder: die Mitgliederzahl des VDG weist ein positives Saldo aus (ordentliche Mitglieder 103), ebenso wie die der fördernden Unternehmen (165).

Der VDG richtet in diesem Jahr den Internationalen Gartencenter-Kongress (IGCH) in Bonn aus. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Der Kongress vom 26. bis 31. August 2012 liegt terminlich zwischen den beiden Messen Tendence und Spoga+Gafa und steht unter dem Motto „Made in Germany“. Mehr Infos unter www.igcc2012.org.
Zudem wird es noch in diesem Jahr eine „Woche der Pflanzenvielfalt“ geben. Auch wird die LaVerda-Pflanzenmarke um zwei Produktlinien erweitert: Obstwiese und Küchengarten. Mehr dazu in der nächsten TASPO Ausgabe. (rve)