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Betriebsleitertag Einzelhandel Ahlem: traurige Testkäufe zu Valentin

Schüler der Meisterklasse Produktionsgartenbau der Justus von Liebig-Schule Hannover-Ahlem gingen beim Ahlemer Betriebsleitertag Einzelhandel auf Testkauf-Tour zu Valentin – und erzielten dabei leider meist traurige Ergebnisse. 

Traurige Ausbeute des Valentinstagsangebotes 2012. Foto: Katrin Klawitter

Es war schon recht kurios, was die Schüler bei ihrem Pflanzeneinkauf zum Valentinstag erlebten. Die Aufgabe für alle Schüler war es, für zehn, maximal elf Euro am 17. Februar, also nachträglich, ein blumiges Valentinspräsent als Topfware zu besorgen.

Das gestaltete sich schon bei den Floristikfachgeschäften sehr schwierig, denn kaum eines hatte zur Bedienung oder gar Beratung Zeit und Lust. Die Schüler wurden auf vorhandene, oft schon ältere Fertigware wie rosa Kalanchoe mit Röschendeko oder Rosmarin im roten Papierübertopf verwiesen. Das einzige Geschäft mit einer hochwertigen Idee, einer edlen weißen Tulpe, modern dekoriert mit grünem Übertopf, einem schönen Ambiente und guter Beratung, machte den guten Eindruck durch einen sehr hohen Preis wieder wett – und dadurch, dass eine Kollegin vor den Kunden wegen einer Kleinigkeit laut gerügt wurde.

Den „Klopfer“ in Sachen Kundenumgang brachte aber sicher ein Geschäft, dessen Inhaberin den Schülern dekorierte Tulpen im Topf mit einem Nachlass von einem Euro anbot und einen zugehörigen Dekosticker dann beim Verpacken schnell unter dem Tisch verschwinden ließ. Als die Schüler nachfragten, packte sie ihn mit den Worten „Sie machen mich arm“ wieder mit ein.

In den getesteten Baumärkten hatten die Schüler Schwierigkeiten, drei Tage nach Valentin überhaupt noch etwas Brauchbares zu finden. Entsprechend ließ auch die Qualität der vordekorierten Standard-Baumarktschalen bis auf eine Ausnahme sehr zu wünschen übrig, die teils schon preisreduzierte Ware zeigte Fäulnis oder Botrytis an so mancher Pflanze. Beratung oder gar jemanden, der bereit war, beim Zusammenstellen passender Pflanzen zum Bepflanzen zu helfen, fanden sich nicht oder nur nach intensiver Nachfrage.

Im Lebensmitteleinzelhandel fanden die Testkäufer Tische mit teils sehr günstiger Valentinsware – Topf, Pflanze und Sticker für knappe sechs bis sieben Euro. Allerdings mussten sie sehr aufpassen, nicht eine schon angetrocknete Pflanze oder einen beschädigten Topf zu erwischen. Und angesichts der kalten Februar-Temperaturen eine Pflanzenverpackung zu bekommen, erwies sich als schier unmöglich.

Mehr fachkompetentes Personal hatten die besuchten Fachgartencenter zu bieten – aber auch nur dann, wenn das Personal nach intensiver Suche gefunden war. Die Verkäuferin eines Gartencenters nahm sich dann aber sogar sage und schreibe 20 Minuten Zeit, um den Schülern beim Zusammenpflanzen eines Gefäßes behilflich zu sein.

Insgesamt fanden die Testkäufer in Gartencentern mehr passende Valentinsangebote in verschiedenen Preisklassen, teils etwas überdekoriert und mit gestalterischen Mängeln, nicht immer ordentlich gepflanzt und nicht immer gleich als Valentinspräsent erkennbar, aber zufriedenstellend und zum Mitnehmen gut verpackt. Vor allem die Beratung ist allen Schülern hier sehr im Gedächtnis geblieben.

Das Fazit der Testkäufer insgesamt: Wenn, dann eignen sich Gartencenter am ehesten, um Pflanzen als kleines Valentinsgeschenk zu finden. Die Preisspanne und auch die Spanne des Preis-Leistungsverhältnisses erwies sich hier in den Testkäufen am geringsten. Erschreckt hat alle das mangelnde Angebot und der schlechte Service der Blumenfachgeschäfte: „Auch, wenn Valentin an Bedeutung verlieren mag – muss man Valentinskunden so verprellen?“, fragen sich Fachlehrer und -schüler. Nicht nur Angebot und Beratung erhielten hier mehrfach die Schulnote fünf, auch die Schere zwischen den Beurteilungen und dem Preis-Leistungsverhältnis klaffte hier am meisten auseinander. (kla)