TASPO GartenMarkt

BHB begeistert von der Dynamik des ersten Barcamps

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Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) lud zum ersten Praxistag „Home Improvement“ in Form eines Barcamps nach Wiesbaden ein. TASPO Gartenmarkt sprach mit  Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst über die neuartige Veranstaltung.

Die Themen beim ersten Barcamp des BHB waren nicht vorgegeben. Diskutiert wurde, was die Teilnehmer interessierte. Foto: BHB

Herr Dr. Wüst, wie genau lässt sich das Barcamp beschreiben?

Im Prinzip war das eine Do-it-Yourself-Konferenz. Im Vorfeld waren keine Themen festgelegt, diese ergaben sich direkt aus den Interessen der Teilnehmer, bestimmte Fragestellungen zu diskutieren. Dafür war wichtig, dass sich die Teilnehmer am Vorabend kennengelernt haben. Krawatten waren verboten, alle haben sich geduzt, und jeder hat sich kurz vorgestellt. Am nächsten Morgen hing alles davon ab, ob einzelne Teilnehmer Themen vorschlugen, die sie interessieren und über die sie mit anderen diskutieren wollten. Wir waren sehr gespannt, ob das funktionieren würde und hatten alternativ ein paar Themenvorschläge vorbereitet. Letztendlich stand 16 mal jemand auf und sagte „das Thema interessiert mich, wollt ihr darüber mit mir reden?“. Wir haben es tatsächlich geschafft, vier mal vier Blöcke mit Inhalt zu füllen, um den Tag zu bestreiten.

Wer nahm teil, und wie funktionierte die Zusammenarbeit?

Wir hatten 75 Teilnehmer aus dem Handel. Sie arbeiten im Ein- oder Verkauf, in der Logistik oder Revision – also in sehr unterschiedlichen Bereichen, die im Alltag nicht immer miteinander kommunizieren, schon gar nicht von einem Unternehmen zum anderen. Dabei waren unter anderen Mitarbeiter von Obi, Hornbach, Hagebau, toom und Gartencenter Kremer. Und zwar nicht die Geschäftsführer, die an vorderster Front stehen. Bei uns haben die zweite, dritte und vierte Ebene miteinander geredet. Das war extrem ergiebig, weil diese Menschen aus der Praxis kommen und dadurch in den Themen und Problembereichen tiefer drin stecken. Unser positives Fazit lautet: Wir haben eine unheimlich dynamische Branche, die auch über Unternehmensgrenzen hinweg offen miteinander redet, um insgesamt besser zu werden.

Haben Sie ein paar Beispiele, was in den Gruppen diskutiert wurde?

Natürlich war E-Commerce ein Thema. Intensiv diskutiert wurde unter dem Titel „Amazon – Fluch oder Segen?“. Mein positiver Eindruck: Niemand steckt hier den Kopf in den Sand, alle denken über Chancen und Möglichkeiten nach. Ein zweites wichtiges Thema lief unter dem Titel „Employer Branding & War for Talents“. Dabei ging es darum, wie sich die Attraktivität als Arbeitgeber steigern lässt, wo wir doch alle um die selben guten Köpfe wetteifern. Ich war begeistert angesichts der Offenheit auch von Wettbewerbern in der Diskussion über solche Themen.

Wird es Wiederholungen geben – vielleicht auch in den beteiligten Unternehmen?

Ich weiß von mindestens einem Unternehmen, dass es etwa ähnliches plant. Die Unternehmen haben aus drei Gründen Mitarbeiter zu uns geschickt: Zum einem, um über die Ergebnisse informiert zu werden und nichts zu verpassen. Zum zweiten, um zu prüfen, ob das Barcamp ein Format ist, das sich im eigenen Unternehmen umsetzen lässt. Und drittens war es eine Incentive-Maßnahme für Mitarbeiter, um ihnen den Anreiz zu geben, etwas neues auszuprobieren und in neuen Bahnen zu denken. 

Der BHB wird dieses Format auf jeden Fall weiter ausbauen, das 2005 im Silicon Valley entstanden ist und zunehmend in großen Unternehmen Anwendung findet. Es war ein Risiko, es innerhalb des Verbandes auszuprobieren, und wir hatten damit Erfolg. Das lässt sich unter anderem daran festmachen, dass wir von den Teilnehmern nur Top-Noten bekommen haben und vielfach die Bitte geäußert wurde, das Barcamp fortzusetzen. Wir werden das im nächsten Jahr auf jeden Fall tun.

Mehr zum ersten Barcamp gibt auf der Internetseite des BHB.