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Bienenfreundliches Gärtnern statt Schotterwüsten

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Für mehr insektenfreundliches Grün und weniger graue Schotterwüsten plädierte Umweltministerin Priska Hinz bei ihrem Besuch in einem hessischen Gartencenter. Im Zuge der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ stellte sie einen Blühkalender vor, der mit Tipps und Tricks zu einer größeren Artenvielfalt im Garten und auf dem Balkon beitragen soll.

Zusammen mit Geschäftsführer Heiner May des Tropica Gartencenters präsentierte Ministerin Priska Hinz den Blühkalender der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“. Foto: HMUKLV

Hessen bienenfreundlicher gestalten

„Immer mehr Vorgärten sind Kieselsteinwüsten. Wir brauchen aber Blütenvielfalt für Insekten in unseren Gärten“, betonte Priska Hinz, Staatsministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Hessen (HMUKLV), bei ihrem Besuch im Tropica Gartencenter in Kriftel. Zusammen mit dem Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen präsentierte sie im Rahmen der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ ein Plakat, welches Tipps zu einer insektenfreundlicheren Bepflanzung gibt und informierte sich zudem bei einem Rundgang über die Initiative „Save the Bees“ des Gartencenters.

Mit ihrem Besuch appellierte die Umweltministerin an die Bürger, die Blütenvielfalt für Insekten zu stärken. „Schotter- und Kieselsteingärten oder reine Rasenflächen bieten Insekten keinerlei Nahrung. Wir brauchen aber dringend Nahrung und Lebensraum für Insekten, sonst sind die Lebensgrundlagen für uns alle in Gefahr“, so Hinz. „Wenn es weniger Insekten gibt, leiden Vögel, die sich von Insekten ernähren. Und unsere Pflanzen werden nicht bestäubt. Mehr als 80 Prozent der Pflanzen sind aber auf Bestäubung angewiesen. Viele Obstbäume würden beispielsweise weniger oder keine Früchte tragen.“

Bienen und Insekten Nahrung bieten

Trotz des wieder häufigeren Vorkommens von Honigbienen in Hessen bedingt durch die laut dem Hessischen Umweltministerium gute Arbeit der Imkerinnen und Imker, ist die insgesamte Zahl der wildlebenden Insekten rückläufig. So sind mehr als die Hälfte der 550 Wildbienenarten in Deutschland gefährdet und 42 Prozent der Insektenarten gelten inzwischen als äußerst selten oder bereits ausgestorben.

Prinz sieht hierin dringenden Handlungsbedarf: „Wir brauchen wieder mehr Lebensräume für Insekten in der Landwirtschaft, aber auch in den Kommunen und bei jedem zuhause in den Gärten oder auf den Balkonen muss sich etwas verändern. Jeder Vorgarten, jeder Balkonkasten und jede Freifläche kann durch geschickte Pflanzenwahl zum Bienenbuffet werden“.

Die Bürgerinnen und Bürger können aktiv zur Insektenvielfalt beitragen, indem sie für ein kontinuierliches Blühangebot über die gesamte Saison sorgen. Dennoch wissen viele Verbraucher nicht, welche Pollen und Pflanzen sich besonders dafür eignen. Der in Gartencentern und Gärtnereien eingesetzte Blühkalender soll zu einer Sensibilisierung für die Thematik beitragen. Wichtig sei laut Umweltministerin Hinz eine fachkundige Beratung in den Gärtnereien.

Mit Krokussen und Sämereien Bienen unterstützen

Die 2017 vom Hessischen Umweltministerium ins Leben gerufene Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ verfolgt das Ziel, auf die Bedürfnisse von Wild-, Honigbienen und anderen Insekten aufmerksam zu machen. Die Maßnahmen in Form von Veranstaltungen und Kampagnen werden von zahlreichen Partnern wie dem Landesverband Hessischer Imker, der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL), dem Hessischen Bauernverband (HBV), dem landeseigenen Bieneninstitut sowie dem deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund und dem Netzwerk Blühende Landschaft unterstützt.

Auch das Gartencenter Tropica setzt sich mit seiner Aktion „Save the Bees“ für Bienen ein. Neben der Pflanzung von 50.000 Krokussen in Zusammenarbeit mit der Stadt Kelkheim und der Beratung rund um eine bienenfreundliche Pflanzenauswahl im eigenen Gartencenter, verteilte das Unternehmen 36.000 kostenfreie Samentüten für Nützlingswiesen im Rhein-Main-Gebiet.