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Blockheizkraftwerk plus Kohleheizung: Moderne Heizanlage in Gärtnerei Klein fand viel Interesse

Anlässlich der Zierpflanzenbau-Wintertagung des Württembergischen Gärtnereiverbandes wurde unter anderem die Gärtnerei Klein in Kornwestheim besichtigt. Im Blickpunkt stand hierbei eine neue Heizanlage. Die Gärtnerei Klein ist ein moderner Zierpflanzenbaubetrieb mit über 25 000 Quadratmeter Freiland- und 12 600 Quadratmeter Hochglasfläche. Zu den Investitionen neueren Datums zählt ein 3 600 Quadratmeter großes Cabrio-Gewächshaus der Firma Serre Italia. Die Produktionspalette der Firma Klein reicht von Frühjahrsblühern über ein reichhaltiges Sortiment an Beet- und Balkonpflanzen, Topflilien, Topfrosen und Poinsettien bis zu Chrysanthemen, Zierkohl und Calocephalus. Das Besondere bei der Betriebsführung war die Besichtigung der neuen Heiz- und Kesselanlage. Bis vor etwas mehr als einem Jahr beheizte Klein seine gesamte Gewächshausfläche über Ölkessel. Mit Unterstützung des im süddeutschen Raum vielfach tätigen Projektmanagers Jochen Mönch aus Stuttgart-Bad Cannstatt wurde nun eine nach modernsten Gesichtspunkten ausgerichtete Kesselanlage mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) erstellt. Auch eine Anthrazitheizung kommt zum Einsatz. Das BHKW wurde Anfang Dezember 2005 in Betrieb genommen. Es besteht vor allem aus dem mit Pflanzenöl betriebenen Energieerzeuger, einer Trafostation sowie dem groß dimensionierten Wärmepufferspeicher. Dieser hat ein Fassungsvermögen von 210.000 Liter Wasser, welches durch den kontinuierlichen Betrieb des BHKW ständig aufgeheizt wird. Das Wasser dient dann zur Wärmeversorgung der Gewächshausanlagen. Das BHKW ist künftig von September bis Mai kontinuierlich im Einsatz. Es wird augenblicklich mit Rapsöl beschickt, doch sind auch andere Pflanzenöle einsetzbar. Der Brennwert von Rapsöl ist etwas geringer als der vom üblichen Heizöl. Die Einrichtung dieser Heizanlage erfolgte von WÜRZ-Energietechnik (Driedorf-Mademühlen) und wird vom gleichen Unternehmen über eine vereinbarte Laufzeit von 20 Jahren betreut. Diese Zeitdauer hängt mit der Laufzeit der Förderung dieser Anlage zusammen. Die Gärtnerei Klein erhält aus öffentlichen Mitteln eine Förderung von 19,3 Cent je kW/h als Zuschuss zu den Betriebskosten. Da der Betrieb die gleichzeitig durchs BHKW erzeugte elektrische Energie ins öffentliche Stromnetz einspeist, werden durch die Erlöse und Fördermittel die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten der Anlage weitgehend gedeckt. Um auch einen Spitzenbedarf an Heizenergie abdecken zu können, wurde ein vollautomatisch gesteuerter Anthrazit-Kohleheizkessel (Goumax 750) installiert. Dies erfolgte durch die Firma Goumans aus Straelen. Lesen Sie mehr zum Thema in der aktuellen TASPO.