TASPO GartenMarkt

„Blue Magic“: Verkaufsförderung mit blaublütigen Pflanzen

„Blue Magic“ – vieles ist vorstellbar unter diesem Begriff: Musikclips, Filmtitel, vielleicht auch der Name einer Disco oder sogar eines Rennwagens. Jedenfalls ist er geeignet, die Fantasie anzuregen, auch und gerade in Zusammenhang mit Blumen und Pflanzen. Es gibt eine ganze Reihe herrlicher, blaublütiger Zierpflanzen, die sich im grünen Markt als sehr gute Umsatzbringer vor allem im Sommer erwiesen haben. Sie müssen an dieser Stelle gar nicht besonders erwähnt werden. Denn die Farbe Blau ist beliebt, eigentlich sogar die Lieblingsfarbe der Deutschen. Zudem liegt Blau momentan im Trend. Da lohnt es sich schon, intensiv nachzudenken, wie das Angebotsspektrum an blaublütigen Pflanzen noch erweitert werden kann. Dazu gibt es viele Optionen, so etwa Neuentdeckungen, Neuzüchtungen – und wenn es auf „natürlichem“ Wege nicht geht, auch das Nachhelfen mit Farbe. 

Angefangen beim Topseller Schnittrosen über Schnittchrysanthemen, Calla und viele andere Schnittblumenarten. Bei den Topfpflanzen sind es so wichtige Arten wie Calluna vulgaris, Euphorba pulcherrima und vor allem Hortensien, deren Blüten blau eingefärbt werden, um zusätzliche Kaufanreize zu schaffen. Ob alles gut ist, was funktioniert, steht auf einem anderen Blatt. So etwa „gut“ im Sinne von Geschmack, Ästhetik, Anmut oder „gut“ unter den Aspekten Produktdifferenzierung, Bedarfsweckung, Kommerz. Die Themen polarisieren. Die Meinungen und Erfahrungen dazu gehen weit auseinander. Dennoch ist es für die grüne Branche von Bedeutung, in einem gesättigten Markt, mit leicht vergleichbaren Produkten, immer wieder neue Impulse zu setzen, die das Fachpublikum und den Verbraucher gleichermaßen überraschen.

Das Färben der eingangs genannten Schnittblumen ist mittlerweile an der Tagesordnung. Auch blaue Hortensien sind alles andere als ein Aufreger, obwohl sie in der Natur nicht vorkommen. Bekanntermaßen ist dazu lösliches Aluminium im Boden Voraussetzung, welches über den Saftstrom geleitet wird und die Blüten blau verfärbt. Dies geht allerdings nur bei rosafarbenen Sorten, die den Blütenfarbstoff Delphinidin besitzen, ein Anthocyanfarbstoff, der in Verbindung mit löslichem Aluminium die Blaufärbung hervorruft. Neuerdings tauchen im Verkauf auch Phalaenopsis auf, die mit ihren blau eingefärbten Blüten in der Tat regelrecht ins Auge springen. Etwas abstrakt und gewöhnungsbedüftig, jedoch gibt es offensichtlich ein gewisses Kundenklientel, welches darauf steht, sowie jene Kunden, die etwas ganz Spezielles verschenken möchten, um für Gesprächsstoff zu sorgen.

Dies taten etwa auch die blau eingefärbten Anthurium andreanum am Messestand von Allsenza anlässlich der IPM 2012 in Essen. Blaublütiges jetzt also noch bei einem weiteren Megaseller? Ab 2012 ist jedenfalls mit dieser Sortimentserweiterung bei Anthurien zu rechnen. Die Gärtnerei Rijnplant Berckenrode, ein Mitglied der Allsenza-Kooperation, wird Anthurien mit dieser neuen Optik produzieren – und zwar nicht nur in Blau, sondern auch in Kanariengelb.

Das Patent des Verfahrens zur Färbung besitzt die Firma Rijnplant, Jungpflanzenlieferant der Allenza-Kooperation. Über die Vorgehensweise, wie genau das Färben der Blüten bei Anthurien funktioniert, war allerdings wenig Konkretes zu erfahren. Nur soviel: Es handelt sich um ein Injektionsverfahren, bei dem Lebensmittelfarbe direkt in die Blütenstiele gespritzt wird. Die Ausgangssorte dabei ist die weißblühende ‘Princess Alexia’. Ein ähnliches Prinzip gilt auch für das Färben der Phalaenopsis. Werden neue Blüten entwickelt, so kommt die Grundfarbe Weiß wieder zum Vorschein. (elg)