TASPO GartenMarkt

Blumen & Pflanzen: LEH – Freund oder Feind?

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Die Expansion von Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und Discount bei Blumen und Pflanzen fordert zu neuen Strategien heraus. Was kann der Fachhandel angesichts der Flächenausweitung der omnipräsenten Lebensmittler tun? Diese Frage griffen Experten beim TASPO Talk auf der spoga+gafa auf – ihre wichtigsten Thesen fasst der neue TASPO GartenMarkt zusammen.

Der LEH ist für viele Konsumenten inzwischen als Einkaufsquelle für Blumen und Pflanzen attraktiver als die Blumenfachgeschäfte. Foto: MichaelGaida/Pixabay

These: Der Fachhandel muss nachbessern

„17,6 Prozent der Konsumenten geben laut Umfragen an, dass der LEH ihre bevorzugte Einkaufsquelle für Pflanzen ist. Das ist eine Steigerung um 2,5 Prozent in drei Jahren. Damit ist der LEH attraktiver als die Blumenfachgeschäfte“, so Johannes Welsch, Geschäftsführer des Industrieverbands Garten zu den Fakten.

Die größte Gefahr sieht Welsch darin, dass die Frequenz für Impulsprodukte im Gartencenter zurückgeht. „Wenn ich die Pflanze nicht mehr verkaufe, fehlt mir auch der Umsatz für den Übertopf, für die Erde, für vielleicht eine zweite Pflanze. Der Fachhandel sollte gut überlegen, wie er diesen Entwicklungen begegnet.“

These: Mehr Impulskäufe bieten auch Chancen

Der Kunde im LEH wird viel mehr von einem Impuls getrieben, als der Konsument, der gezielt ein Gartencenter aufsucht, ist Romberg-Geschäftsführer Peter Dombrowsky überzeugt: „Das heißt, wer im klassischen LEH etwas kauft, weil es ihm spontan gefällt, entwickelt unter Umständen ein neues Interesse an Pflanzen und Gärtnern.“

Und weiter: „Der LEH bietet die Kundenfrequenz und das vielschichtigere Publikum die Chance, hier neue Gruppen anzusprechen – zum Beispiel junge Familien mit Kindern. Das kann den Weg in den Fachhandel mit seiner Sortimentstiefe und -breite ebnen“, so Dombrowsky.

These: Der Markt bietet genug Potenzial für alle

„Warum haben wir Absatzprobleme mit Rosen, die in jeder Hobbyzeitschrift ellenlang beschrieben werden? Weil die Wertigkeit und Gesundheit nicht mehr kommuniziert werden. Stattdessen geht es vielfach nur noch um den Preis. Da kann der Fachhandel mit der Beratung punkten“, findet Rudolf Sterkel, Marketing- und Verkaufsberater Heidezüchtung Kramer.

Das Thema Garten nur mit Fokus auf den Preis zu sehen, hält auch IVG-Geschäftsführer Welsch für falsch. „Der Garten ist ein fantastischer Gegenentwurf zur informationsüberladenen Gesellschaft. Wir sollten versuchen, die Torte größer zu machen, anstatt nur die Tortenstücke immer neu zu teilen – denn Tortenesser gibt es anscheinend genug.“