TASPO GartenMarkt

Blumen von der Ems mit Ökostrom und Holzheizung

Der Beet- und Balkonpflanzen-Betrieb Emsflower (Emsbüren) hat Anfang des Jahres die Hochglasfläche am Standort Emsbüren um 3,2 Hektar erweitert. Geplant ist insgesamt ein Ausbau auf 63 Hektar. Der weitere Ausbau hängt nach Angaben von Emsflower von der Marktentwicklung ab.

Das Unternehmen geht davon aus, dass der Endausbau in fünf bis sieben Jahren fertig sein könnte. Zudem investierte der Betrieb in die Automatisierung. Die Produktionsflächen in Emsbüren mit 26 Hektar Hochglas- und fünf Hektar Containerstellfläche wurden 2004 errichtet.

Emsflower ist spezialisiert auf die Produktion von Beet- und Balkonpflanzen im Vertragsanbau. Wie etwa Viola, Pelargonien, Lavandula, Helianthus sowie Chrysanthemen und Poinsettien.

Das Unternehmen zählt zu den größten Produzenten in Europa. Kunden sind Großabnehmer wie Baumarktketten und Discounter in ganz Europa. Der Vertragsanbau nimmt 95 Prozent der Produktion ein. Gegründet hat den Gartenbaubetrieb Jan Kuipers 1954 in den Niederlanden, heute führt ihn sein Sohn Bennie Kuipers.

An drei Standorten in den Niederlanden (NL-Denekamp) und Deutschland (Emsbüren, Fretzdorf) produziert Emsflower auf insgesamt 53 Hektar Hochglasfläche. Beschäftigt sind 220 Mitarbeiter. In einem Mutterpflanzenbetrieb in Tansania werden Stecklinge produziert.


Züchter können ihre Neuheiten im Probegarten auspflanzen

Ende Juni 2010 hat der damalige niedersächsische Ministerpräsident und heutige Bundespräsident Christian Wulff den Emsflower-Probegarten offiziell eröffnet (siehe TASPO 23/10). Auf einer Fläche von 1,7 Hektar können Züchter im Probegarten ihre Neuheiten auspflanzen.

Hintergrund ist, dass jedes Jahr zahlreiche Neuheiten auf den Markt kommen. Der Betrieb selber, Einkäufer und Gärtnerkollegen sollen sich hier einen Eindruck der neuesten Sorten verschaffen können und sehen, wie sich diese im Verlauf des Sommers entwickeln. Alle zwei Wochen werden die Sorten fotografiert, so dass eine Datenbank entsteht. Wichtig sei, so Geschäftsführer Kuipers, dass der Verbraucher mit seinen Sorten zufrieden ist, da nur so erreicht werde, dass er im kommenden Jahr wieder Pflanzen kaufe.

Jährlich besuchen nach eigenen Angaben rund 300.000 Touristen den Betrieb in Emsbüren. Auch deren Meinung über die Neuheiten soll eingeholt werden, um festzustellen, was der Markt verlangt.

 

Öko-Strom aus einem Naturholz-Kraftwerk

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat während ihrer Rundreise zum Thema „Energie“ Anfang September 2010 unter anderem den Emsbürener Standort besucht (siehe TASPO 36/10). Juniorchef Tom Kuipers informierte Merkel über die Produktion und das „Bio-Power“-Projekt mit einem Naturholz-Heizkraftwerk.

Rund fünf Millionen Euro betrug die Investition für die Anlage. Sie versorgt den Betrieb mit Wärme und speist zudem Strom ins Netz. Betrieben wird das Heizkraftwerk mit Holz, das bei der Pflege von Autobahnen und Bahnstrecken anfällt. Zum Einsatz kommen jährlich rund 30.000 Tonnen Naturholz.

Der recht preisgünstige Brennstoff erlaubt bei der Kulturführung einen größeren Spielraum für die Kulturverfahren. Wie etwa Cool-Morning-Strategien oder Diff-and-Drop, um kompakte Pflanzen bei geringerem Hemmstoff- und Fungizideinsatz zu erzielen.

Der Anlagen-Kessel kommt von Kara Energy Systems (NL-Almelo). Er hat eine Leistung von 10,3 Megawatt (MW) und erzeugt acht MW Wärme sowie 1,1 MW Strom. Der Wirkungsgrad beträgt damit beinahe 90 Prozent.

Zudem werde die Energie CO2-neutral erzeugt. Abgase werden gefiltert und die Temperatur und NOx-Werte in der Abluft gemessen. Die Asche wird mit Wasser abtransportiert.

Aufgrund der überschaubaren Heizkosten sollen die Kulturen bei Emsflower künftig nach dem Wärmebedarf ausgewählt werden. Durch höhere Temperaturen könnten sie zudem schneller wachsen.

 

Angelernte Touristenführer zeigen Interessierten den Betrieb

Emsflower ist zu einem wichtigen Ausflugsziel im Emsland geworden. Täglich fahren 20 bis 25 Reisebusse den Betrieb an. Mittlerweile führen angelernte Touristenführer die Gruppen durch den Betrieb.

Kuipers hat noch weitere Pläne. So denkt er daran, ein größeres Gartencenter zu bauen, eine Biogasanlage zu errichten, die Produktion in Emsbüren weiter auszubauen sowie neue Standorte in Europa zu erschließen, um von dort osteuropäische Märkte zu bedienen.

Mehr unter www.emsflower.de