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Blumengroßmärkte: Muttertagsgeschäft lief „insgesamt gut“

„Unsere Anbieter sprachen von sehr guten bis sehr, sehr guten Umsätzen. Selten habe ich wie in der Woche vor dem Muttertag so viele Kunden auf unserem Blumengroßmarkt gesehen“, resümiert Frank Schäfer, Geschäftsführer des Blumengroßmarktes (BGM) in Karlsruhe, den Blumenverkaufsschwerpunkt Muttertag. Ein Ergebnis, das auch weitgehend von den anderen Blumengroßmärkten bestätigt wird, wie eine Umfrage bei den Mitgliedern der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte (VDB) ergab. 

Bei Schnittblumen verzeichneten die Blumengroßmärkte im Muttertagsgeschäft insgesamt gute Absätze. Foto: Sunny studio/Fotolia.com

Das Geschäft war geprägt durch große Vielfalt, da schon viel regionale Erzeugerware das Sortiment erweiterte. Zurückhaltend war hingegen das Beet- und Balkongeschäft, da eigentlich überall das Wetter kalt, regnerisch und stürmisch war.

Gegenüber 2013 verzeichnete der Blumengroßmarkt in Köln, der tagesaktuelles Zahlenmaterial zur Verfügung hat, ein Plus von einem Prozent gegenüber 2013. „Bei den Schnittblumen lief es hervorragend mit einem Plus von über 20 Prozent“, erläutert der Kölner Geschäftsführer Raimund Korbmacher. Mit bis zu 40 Prozent deutlich geringer war in Köln der Umsatz bei Beet- und Balkonpflanzen – dem Wetter geschuldet. Und doch, unterm Strich „hatten wir in den ersten vier Monaten des Jahres ein zweistelliges Plus gegenüber dem Vorjahr“, freut sich Raimund Korbmacher.

„Beim Schnitt lief es gut bis sehr gut, die große Nachfrage am Montag nach Muttertag ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der Blumeneinzelhandel gute Geschäfte gemacht hat“, meint Reiner Wilk. Der Geschäftsführer des Blumen- und Zierpflanzengroßmarkt Rhein-Main (BZG) in Frankfurt/Main spricht von „enormer Angebotsbreite durch regionale Erzeuger und sehr schöner Ware“.

Die Angebotsbreite, hervorgerufen durch die sehr frühe heimische Erzeugung, wird auch auf anderen Blumengroßmärkten bestätigt. „Es gab viele Pfingstrosen, die normaler Weise erst nach dem Muttertag angeboten werden“, meint Klaus Bengtsson vom BGM in Hamburg. „Seit rund acht Tagen wird schon Freilandware gehandelt“, bestätigt der Mannheimer Geschäftsführer Hans-Georg Biller die Tendenz. Peter René Hecker aus Düsseldorf unterstreicht das ebenfalls, und Herbert Kettermann vom BGM in Dortmund hat „sehr viel Erzeugerware und auch den ersten Freilandschnitt“ in der Muttertagswoche gesehen.

Farblich spielte das traditionelle Rot eine wichtige Rolle, aber nicht so dominant wie in der Vergangenheit. Insbesondere in Karlsruhe, Frankfurt/Main, Stuttgart, Dortmund und Düsseldorf wurde eine verstärkte Nachfrage nach Rosa, Lila und Gelb verzeichnet. „Das lässt sich auf die Kampagne von Fleurop zurückführen, deren Mustersträuße in diesem Farbspektrum angesiedelt waren“, ist Reiner Wilk nach Gesprächen mit zahlreichen Blumeneinzelhändlern sicher.

„Fleurop generiert sicherlich eine bestimmte Nachfrage“, meint auch Peter René Hecker. „Die Frage ist aber, wer davon profitiert. Wenn die so erzeugte Nachfrage nach bestimmten Farben und Sorten – wie etwa in diesem Jahr nach gelben Freesien – zu höheren Preisen führt, haben die einzelnen Floristen nichts davon“, ist seine Meinung.

Wobei: Insgesamt ist auf allen Blumengroßmärkten von einem moderaten Preisgefüge die Rede. Nur in Hamburg gerieten laut Klaus Bengtsson die Preise aufgrund der massiv vorrätigen Erzeugerware etwas unter Druck.

„Der diesjährige Muttertag bestätigte eine gute Saison“, resümiert Martin Escher vom Stuttgarter Blumengroßmarkt den bisherigen Geschäftsverlauf. Dem stimmt auch Joachim Rottweiler vom Blumengroßmarkt in Reutlingen zu. „Das Muttertagsgeschäft war besser als im vergangenen Jahr. Wobei wir noch nicht so viel Erzeugerware haben, da wir aus klimatischen Gründen immer etwas später liegen als etwa der Niederrhein.“

Die insgesamt guten Ergebnisse auf den Blumengroßmärkten wurden sicher zumindest regional durch verstärkte Werbeaktivitäten beeinflusst. In Mannheim, Frankfurt am Main und Köln wurden rund um den Muttertag und dem zeitgleichen Beet- und Balkongeschäft von den Blumengroßmärkten breite Werbekampagnen finanziert. Geworben wurde über Großflächenplakate, Radio-Spots und am POS. Gleichlautender Tenor der Kampagnen: Blumen und Pflanzen kauft man im Blumeneinzelhandel.

Angesichts des enormen Werbeaufwandes, den andere Branchen zum Muttertag betreiben, sind solche Investitionen für „die Blume“ sicher zu begrüßen. Zumal die veröffentlichte Meinung sich noch immer gerne pseudo-kritisch gibt. So schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in ihrer Ausgabe vom 11. Mai im Vorspann eines Muttertags-Interviews: „Mütter brauchen zum Muttertag mehr als Blumen“. (mh)