TASPO GartenMarkt

Blumige Botenstoffe - Düfte verführen

"Wo es gut riecht, fühle ich mich wohl. Wo ich mich wohl fühle, halte ich mich länger auf. Und wo ich mich länger aufhalte, kaufe ich lieber", bringt es der Konsum- und Verhaltensforscher Peter Weinberg, emeritierter Professor der Universität des Saarlandes, auf den Punkt.

"Duftmarketing hat vor allem dort seinen Platz, wo Erfolg unmittelbar von Gefühlen abhängt", unterstreicht Oliver Herget von der Voitino Duftmarketing GmbH in Krailing. Auch Gartenliebhaber sind für Düfte besonders empfänglich, wie eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab: 57 Prozent der befragten Hobbygärtner nannten die "Freude an Düften und Farben" als wichtigen Grund, ihrer Leidenschaft zu frönen. Wie wirkungsvoll die Düfte uns umgarnen, lässt sich sogar in Zahlen fassen. Anja Stöhr, Professorin für Strategisches Marketing an der Dresdner Hochschule für Technik und Wirtschaft, ließ Ladenluft mit Zitrusduft veredeln und untersuchte, wie die Kunden darauf reagierten. Das Ergebnis: Verweildauer, Produktkontakt und Kaufbereitschaft wuchsen um 15 bis 20 Prozent - was ein Umsatzplus von sechs Prozent einbrachte. "Der Effekt tritt allerdings nur bei kleinen Dingen ein, nicht bei teuren Anschaffungen", schränkt Prof. Anja Stöhr ein, "und jeder noch so gute Duft täuscht nicht über offenkundig schlechte Qualität hinweg." Der Gesamteindruck muss stimmen, bestätigt Beat Grossenbacher, Geschäftsführer der Air Creative GmbH Rheinfelden. Dann sei über Aromen ein deutlicher Gewinn erzielbar. "Kundenumfragen haben gezeigt, dass Sauberkeit und Raumgeruch wichtige Aspekte sind, nach denen ein Geschäft bewertet wird - gefolgt von Lärmpegel, Inneneinrichtung und Beleuchtung", sagt der Duftmarketing-Experte. Angenehme Düfte bleiben positiv in unserer Erinnerung haften, und wir kehren gern an den Ort zurück, wo wir sie erlebt haben." "Ganz wichtig ist, sich immer an der so genannten Wahrnehmungsgrenze zu bewegen", erläutert Oliver Herget von Voitino. "So wie Musik im Geschäft nicht zu laut, Farbe nicht zu grell, Licht nicht zu stechend sein sollte, dürfen Aromen nicht aufdringlich sein. Der Duft soll zusätzliche Akzente setzen, nicht alles übertönen." Nicht alles mit Duft übertönen - das gilt auch in punkto schlechte Luft. "Staub-, rauch- und schmutzgeschwängerte Luft mit Aromen anzureichern, ergäbe eher ein Gebräu, das uns den Atem nimmt!", warnt Beate Grossenbacher. Die von Air Creative angebotenen Wand-, Tisch- und Standgeräte filtrieren deshalb zunächst die Luft. Anschließend bauen sie die Geruchsmoleküle biologisch ab, um im dritten Schritt die aus natürlichen Grundstoffen gewonnenen ätherischen Öle zu verströmen. Für Gartenmärkte empfiehlt Grossenbacher blumige Botenstoffe, die das Herz öffnen und positive Gedanken fördern. Dazu gehören beispielsweise Rose und Rosenholz, Lavendel und Rosmarin, Nachthyazinthe und Geranium, Weihrauch oder die chinesischen Ho-Blätter. Für außergewöhnliche Anlässe wie den Valentinstag können es auch die verführerischen "Fussnoten" sein - Sandelholz, Myrrhe und Jasmin ebenso wie Pfeffer, Muskatnuss und Patschouli. Als Technik empfiehlt der Geschäftsführer Wandgeräte, die für eine Beduftungskapazität von 500 Quadratmetern ausgelegt sind und zwischen 500 und 850 Euro kosten. Und natürlich stricken die Experten auf Wunsch ein maßgeschneidertes Duft-Konzept für jeden (Nasen-)Zweck.