TASPO GartenMarkt

Bodendesinfektion: MobildampfMixer für die Freilanddämpfung

Der MobildampfMixer 10/180 zeigte auf der Baumschultechnik 2012 eine neue Methode für das bewährte Verfahren der Freilanddämpfung: Im Gegensatz zur üblichen Praxis wird der Dampf mit dem neuen Gerät mittels Injektoren direkt in die Erde gebracht. Damit können Flächen schneller und effizienter bearbeitet werden. Der MobildampfMixer 10/180 wurde auf der Baumschultechnik 2012 als Weltneuheit vorgestellt. 

„Die Idee, den Dampf direkt in die Erde zu bringen, kam uns, weil unten in den Boden eingebrachte Wärme automatisch nach oben steigt“, erklärt Bernd Franjic, der den MobildampfMixer 10/180 zusammen mit Steffen Koch entwickelt hat.

Die neue Technologie der beiden Geschäftsführer der Firma Mobildampf.de aus Waiblingen räumt mit wesentlichen Nachteilen vergleichbarer Geräte auf. Während zum Beispiel die Maschinen von Regero aus Frankreich und Egedal aus Dänemark im Haubendämpfverfahren den Dampf direkt von oben in die Erde pressen, arbeitet der MobildampfMixer mit speziellen Injektoren. Diese bringen den Dampf ohne Energieverlust in verstellbaren Abständen fünf bis fünfzehn Zentimeter tief in die Erde.

Eine nachlaufende hydraulische Rüttelegge verteilt die Wärme gleichmäßig im Boden. Somit kann das Gerät auch bei feuchterem Erdreich und leichtem Niederschlag im ständigen Fahrbetrieb arbeiten. „Bei einem Test hat es den ganzen Vormittag geregnet. Da es ein durchlässiger, sandiger Boden war, haben wir den MobildampfMixer nach einer Stunde ausprobiert und festgestellt, dass es funktioniert, wenn der Boden etwas länger als üblich behandelt wird“, so Bernd Franjic.

Der große Vorteil des Injektionsverfahrens aus Waiblingen ist, dass die Bodendesinfektion schneller und effizienter erfolgt. Voraussetzung laut Franjic ist ein gefräster Boden. „Um bei der Tiefendämpfung mit Folie und Vakuum einen Kubikmeter Erde auf 85 Grad Celsius zu erhitzen, ist eine Dampfleistung von 120 Kilogramm nötig. Mit der neuen Injektions-Methode beträgt die Dampfleistung mit 40 bis 50 Kilogramm auf einem Kubikmeter nur noch rund ein Drittel“, erläutert Franjic.

Zur besseren Wärmeausnutzung haben Steffen Koch und Bernd Franjic hinten am Gerät eine 30 Meter lange Schleppfolie angebracht. „Diese hält die hohen Temperaturen im Boden, da Keime erst nach einer Einwirkzeit von drei bis fünf Minuten zuverlässig abgetötet werden“, gibt Entwickler Franjic an. Um eine Temperatur von etwa 70 Grad Celsius gleich hinter dem Gerät zu erzielen, beträgt die Arbeitsgeschwindigkeit je nach Bodenverhältnissen 150 Meter bis 180 Meter in der Stunde.

„Es sind auch Geschwindigkeiten von 200 Metern in der Stunde möglich, aber dann müssen optimalste Bedingungen herrschen. Entscheidend ist jedoch, dass wir bei normaler Arbeitsgeschwindigkeit 200 bis 250 Quadratmeter Boden in der Stunde desinfizieren“, führt der Mobildampf.de-Geschäftsführer weiter aus. Zum Vergleich: Eine ähnliche Flächenleistung erzielen die drei größten Dampfkessel von Möschle/Seifert Dämpftechnik mit 1.000 bis 2.000 Kilogramm Dampfleistung pro Stunde über einen Zeitraum von zwei bis zweieinhalb Stunden. Das Mobildampf-Verfahren ist also doppelt so schnell.

Der auf der Baumschultechnik 2012 vorgestellte MobildampfMixer 10/180 besteht aus einem Möschle/Seifert Dampfkessel vom Typ 5–59 mit einer Leistung von 1.000 Kilogramm Dampf pro Stunde, den im Abstand von 30 Millimeter angebrachten Dampfinjektoren sowie einem Heizöl-Vorratstank von 600 Litern. Bei einem Öl-Verbrauch von rund 70 Litern pro Stunde somit ausreichend für einen Arbeitstag. Die ständige Wasserversorgung von etwa 1.000 Litern in der Stunde erfolgt auf dem Feld mit einem nachlaufenden Wasserschlauch. Insgesamt ist der Dämpfer 7,5 Meter lang und im Leergewicht 4,5 Tonnen schwer. Als Zugmaschine wird ein etwa 80 PS starker Schlepper benötigt. Lieferbar sind Spurbreiten von 1,5 Metern und 1,8 Metern.

„Das erste Gerät haben wir bereits während der Entwicklung verkauft“, berichtet Bernd Franjic. Der Mobil-dampf.de-Geschäftsführer war mit dem Messeverlauf auf der Baumschultechnik zufrieden, verbuchte jedoch weniger Resonanz als auf vergleichbaren Veranstaltungen. „Da das Wasserdampf-Verfahren zu hundert Prozent biologisch ist und sich die Mikroorganismen aufgrund der geringen Dampftiefe besonders schnell wieder aufbauen, kommen unsere Anfragen vor allem aus dem Gemüsebau“, so das Fazit von Koch und Franjic, bei denen der Listenpreis für einen MobildampfMixer 10/180 bei 80.000 Euro liegt. Der Dämpfer kann jedoch auch gemietet werden. (ck)