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Bosch-Studie gibt Einblicke in das europäische GartenWeb

Hobbygärtner lieben ihr Grün. Sie hegen und pflegen es, investieren Zeit und Geld. Sie trimmen, schneiden und häckseln während der gesamten Gartensaison – und sie schreiben im Internet darüber. Die von Bosch Lawn and Garden beauftragte Studie „The Virtual Art of Gardening – Einblicke in das Europäische Gartenweb“ untersucht erstmals detailliert, worüber sich europäische Gartenliebhaber im Netz austauschen, wie sie das tun und warum sie sich im Social Web bewegen.

Mapping des europäischen Gartenwebs: Die Grafik zeigt Blogs und Webseiten zum Thema Garten und deren Verlinkungen untereinander.Quelle: Bosch-Gartenstudie

Eines der zentralen Ergebnisse der Untersuchung ist, dass der Garten als Ort der Ruhe und des Rückzugs sowie als Sinn gebendes Betätigungsfeld und Gestaltungserlebnis für den Hobbygärtner die höchste Bedeutung hat. Anders als etwa beim Heimwerken, geht es den privaten Gärtnern nicht vorrangig um Effizienz, Geschwindigkeit oder Kraft. Sie verstehen den Garten vielmehr als Ort der Entschleunigung und Biotop, für das sie gerne viel Zeit und Zuwendung investieren, damit es sich optimal entwickelt.

Grundlage der Untersuchung sind private Websites und Blogs sowie Gartenforen mit User Generated Content in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Dänemark, Belgien sowie den Niederlanden. „Q | Agentur für Forschung“ untersuchte das Social Web im Auftrag von Bosch zwischen Oktober 2010 und Februar 2011 umfassend.

Ziel der Studie war es, die Hobbygärtner, die sich im Netz tummeln, noch besser kennen zu lernen und zu verstehen, was sie antreibt, welche Bedürfnisse sie haben. 

Eine kleine, feine Gemeinschaft

Hobbygärtner befassen sich im Internet mit den unterschiedlichen Facetten des privaten Gartens und des Gärtnerns. Im Vergleich zu anderen Communities, die sich mit Mode, Heimwerken oder Basteln beschäftigen, ist der Austausch zu Garten-Themen im Netz noch relativ gering. Von mehr als 2.000 Internetauftritten in den acht untersuchten Ländern, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema Garten beschäftigen, hat „Q | Agentur für Forschung“ 709 Auftritte als relevant eingestuft.

Diese Seiten beschäftigen sich ausschließlich mit dem Thema Garten und nicht mit weiteren kohärenten Themen wie Kochen, Dekoration, Architektur oder Kunst. Die Inhalte auf diesen Seiten sind von den Nutzern selbst generiert. Diese rund 700 Internetauftritte bilden das so genannte europäische „Gartenweb“. 80 Prozent davon entfallen auf Blogs, 20 Prozent auf Websites. Foren spielen aufgrund der geringen Anzahl eine untergeordnete Rolle.

Meiste Blog-Beiträge zum Thema Garten finden sich in Deutschland

Die meisten Blog-Beiträge zum Thema Garten finden sich in Deutschland. Dänemark und die Niederlande haben jedoch, gemessen an der Bevölkerungszahl, deutlich mehr aktive Gartenliebhaber im Netz. Die meisten Hobbygärtner berichten im Internet ausführlich vom Leben und Arbeiten im Garten und untermalen ihre Erlebnisse mit zahlreichen Fotos. Die Beschreibung der eigenen Tätigkeiten dient dabei oft als Wiederholung und damit als Verlängerung des ursprünglichen Gartenerlebnisses. An einem Austausch mit anderen Gartenliebhabern sind die Gartenblogger – in der Mehrzahl weiblich und älter als 40 Jahre – häufig nicht interessiert. Blumen, Gemüse und Bäume dominieren die untersuchten Bilderwelten in den analysierten Blogs.

Eine Vielzahl der Gartenliebhaber schreibt über den eigenen Blumengarten, gefolgt vom Gemüsegarten und von Bäumen. Den größten Platz nehmen jedoch eindeutig Blumen in ihrer ganzen Vielfalt ein, porträtiert in unterschiedlichen Tages- und Lichtverhältnissen, die facettenreiche Stimmungen einfangen.

Für Frank Toma, Managing Director von Bosch Lawn and Garden, besitzt die Studie eine wegweisende Funktion: „Auch wenn heute noch verhältnismäßig wenig Austausch über die konkrete Anwendung von Gartenwerkzeugen im Netz stattfindet, ist abzusehen, dass Themen der Gartenpflege zunehmen. Das zeigt sich bereits an weichen Inhalten wie der facettenreichen Porträtierung der heimischen Pflanzenwelt. Darin sehen wir einen ersten Schritt. Wir werden daher auch in Zukunft auf das Medium Internet setzen und unsere Aktivitäten weiter ausbauen.“

(ts)