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Bundeswettbewerb: Hortitherm eine Musterlösung

Wiesmoor. Hortitherm Hinrichsfehn ist eine von fünf Biogasanlagen aus Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, die im vergangenen Herbst im Bundeswettbewerb "Musterlösungen zukunftsorientierter Biogasanlagen" ausgezeichnet wurden. Neben Urkunde und Biogasplakette gab es für jeden Preisträger eine Prämie in Höhe von 2.500 Euro. Ziel des im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums (BMELV) und mit Förderung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe und des Kuratoriums für Technik in der Landwirtschaft (KTBL) ausgelobten Wettbewerbes war, übertragbare Beispiele zu finden und auf diese hinzuweisen. "Die ausgewählten landwirtschaftlichen Biogasanlagen haben alle im Rahmen eines gesamtbetrieblichen Konzeptes eine technisch, betriebs- und arbeitswirtschaftlich vorteilhafte und umweltfreundliche Lösung der Biogas-Energieerzeugung beispielhaft umgesetzt", betonte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Gerd Müller vom BMELV.

Bei der Auswahl der Biogasanlagen wurde, neben dem betrieblichen Gesamtkonzept, besonders auf eine sinnvolle Nutzung der Abwärme des Blockheizkraftwerkes (BHKW) geachtet. Denn nur durch die Kopplung von Strom und Wärme erhalte man die bestmögliche Effizienz, erläuterte Müller.

Hortitherm Hinrichsfehn betreibt eine Trockenfermentationsanlage nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) mit einer Leistung von 530 kWel in der Gartenbauregion Wiesmoor. Verwendete Substrate sind nachwachsende Rohstoffe (NawaRo) und dabei vor allem Mais- und Grassilage. Für Planung und Herstellung zeichnete die Agraferm Technologies AG verantwortlich. Die BHKW stehen am Ort der Wärmenutzung (Mikrogasnetz 800 Meter), wobei die Wärme einen Teil der insgesamt 40.000 Quadratmeter Gewächshausfläche versorgt. Von der Siedlung ist die Anlage rund 800 Meter entfernt, so dass Geruchs- und Lärmbelästigungen minimiert wurden. Der Gärrest wird separiert und die feste Phase als Torfersatz in der Gärtnerei eingesetzt, heißt es im vorgestellten Porträt zu dieser Anlage. Die feste Phase wird dazu im Verhältnis 1:4 mit Torfsubstraten gemischt und in der Topfpflanzenproduktion genutzt. Die flüssige Phase wird dagegen auf den Flächen der Substratlieferanten ausgebracht.

Ausgangspunkte für die 2006 in Betrieb genommene Anlage waren den Angaben zufolge der hohe Wärmebedarf der Gewächshausanlagen und die gestiegenen Energiekosten des Gartenbaubetriebes von Ilse und Siegfried Dehne. Zusammen mit einem Landwirt und einem Lohnunternehmer wurde deshalb die Hortitherm Hinrichsfehn GmbH & Co. KG für den Betrieb der Anlage gegründet. Der Landwirt ist der Substratlieferant der Anlage, der Lohnunternehmer zuständig für Ernte und Transport der Substrate und des Gärrestes.

Überschüssiges Gas wird in einem Gaskessel verwertet. Die hier entstehende Wärme kann entweder in einen Warmwasserspeicher oder direkt in den Heizungskreislauf eingespeist werden.

Teilgenommen hatten an dem Wettbewerb insgesamt 62 Betreiber und Planer von landwirtschaftlichen Biogasanlagen. Ein KTBL-Heft mit den Ergebnissen des Bundeswettbewerbs soll im Frühjahr 2009 erhältlich sein.