TASPO GartenMarkt

Cebit: mobile Lösung für Friedhofsgärtner

Mit Exponaten war auch der Gartenbau auf der diesjährigen Computermesse Cebit 2013 im März in Hannover vertreten: Unter Leitung von Prof. Dr. Volker Herwig, Professor für Wirtschaftsinformatik, zeigte die Fachhochschule (FH) Erfurt am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ zwei mobile Webangebote.

Der Stand der FH Erfurt auf der Cebit 2013. Foto: FH Erfurt

Dabei handelt es sich um Projekte, die die permanente mobile Internetnutzung mit der inzwischen üblich gewordenen Nutzung einfacher Fingernavigation via Smartphone (Android- und Apple-Endgeräte) oder Tablet-PC praktisch umsetzen.

Die Projekte „meinKiTa.de“ sowie „mobiler Friedhofsgärtner“ zeigen das Spektrum und Einsatzpotenzial für ganz unterschiedliche Bereiche. Als erfolgreiches Ergebnis in Form einer Hochschulausgründung wurde auch pepperbill als Kassensystem für die Gastronomie gezeigt. Die TASPO sprach mit Prof. Herwig.

Was hat die FH bewogen, mit einem speziellem Gartenbauangebot auf der Cebit aufzutreten?

„Wir sind mit unserer Fachrichtung Angewandte Informatik an der Fachhochschule Erfurt sehr interessiert am sogenannten Mobile Computing, also dem Einsatz von mobilen Geräten wie Tablets oder Mobilfunkgeräten im Geschäftsumfeld. Wir arbeiten an verschiedenen Projekten in diesem Bereich, unter anderem konnte 2012 besagtes vollständiges Kassensystem für die Gastronomie (pepperbill.com) entwickelt und als Unternehmen ausgegliedert werden.“

„Das Thema der Entwicklung einer mobilen Lösung für Friedhofsgärtner entstand aus einer persönlichen Idee des Feedbacks und der Transparenz zum Zustand des Grabes für den Angehörigen. In Zusammenarbeit mit der in Erfurt ansässigen Friedhofsgärtnerei Bartel wurde dann in mehreren Schritten ein Prototyp entwickelt, der im praktischen Einsatz getestet wurde.“

Die 2011 pilotierte mobile Lösung mobiler Friedhofsgärtner unterstützt Friedhofsgärtner bei ihrer täglichen Arbeit. Die Funktionen reichen vom Import von Arbeitslisten, der Navigation zur nächsten Arbeitsstelle, der Erstellung von Fotos für die Angehörigen bis hin zur Dokumentation der Arbeitszeit. Die Anwendung deckt wesentliche Prozesse dieser Branche ab und konnte ihren Nutzen bereits praktisch beweisen.

Was beinhaltet „mobiler Friedhofsgärtner“ genau, was haben Sie davon auf der Cebit gezeigt und wen wollten Sie damit erreichen?

„Der mobile Friedhofsgärtner besteht aus einer mobilen Lösung und einem Internetportal. Die mobile Lösung erlaubt es einer Friedhofsgärtnerei, seine Mitarbeiter mit Arbeitslisten auf mobilen Geräten besser zu steuern. Diese Arbeitslisten enthalten die für den Tag geplanten Tätigkeiten und deren Zuordnung zu Gräbern.

Zur Orientierung und Optimierung werden die Orte auf der Karte des Friedhofes visualisiert. Eine Zeiterfassung ist ebenfalls Teil der mobilen Lösung. Das Internetportal dient der Datenpflege und Administration.

Gleichzeitig soll der Friedhofsgärtner das Ergebnis seiner Arbeit an den Gräbern durch ein Foto dokumentieren, welches den Angehörigen in einem Portal zur Verfügung gestellt wird. Diese haben die Möglichkeit, das Foto zu kommentieren und Aufträge beim Friedhofsgärtner über das Portal auszulösen.
Ziel der Demonstration des Systems auf der Cebit war es, Kontakte zu sammeln, die bei einer künftigen Vermarktung helfen.“

Mit welchem Erfolg können Sie auf den Auftritt zurückblicken?

„Das Interesse an der mobilen Lösung war gut, eine Reihe interessanter Kontakte wurden geknüpft. Ich habe die Hoffnung, das Produkt zu einer Marktreife bringen zu können.“

Werden Sie im nächsten Jahr wieder auf der Cebit sein?

„Ich selbst oder einer meiner Kollegen mit einem anderen Projekt.“ (kla)