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Chelsea Flower Show: Kleine Gärten im Fokus

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Erstmals in der Geschichte fand die Chelsea Flower Show in diesem Jahr im Herbst statt. Eine weitere Neuerung war die Einführung der beiden neuen Kategorien „Balcony Gardens“ und „Container Gardens“ bei den Schaugärten, die besonders kleine Flächen in den Fokus nahmen.  

Kleine Gärten mit großer Wirkung

Zwei neue Gartenkategorien, die das städtische Grün zelebrieren, machten 2021 laut Royal Horticultural Society (RHS) großen Eindruck bei der diesjährigen Chelsea Flower Show. Bei den „Balcony Gardens“ bekamen fünf Designer die Aufgabe, einen realistischen Garten auf einem großzügigen Balkon mit den Maßen zwei mal fünf Meter anzulegen. Hier sollte veranschaulicht werden, welche praktischen Lösungen urbane Außenbereiche zum Leben erwecken können. Die Kategorie „Container Garden“ bot eine Fülle von Ideen für die Verwendung von Containern zur Maximierung des Platzes im Freien oder für diejenigen, die ihren Garten mitnehmen wollen, wenn sie umziehen. Diese fünf Beiträge wurden auf Flächen von vier mal drei Metern angelegt und zeigten eine Reihe von Containerstilen, angefangen bei wiederverwendeten IBC-Containern, die wie kleine Wälder bepflanzt sind, bis hin zu handgefertigten Keramik-, pulverbeschichteten Metall- und verzinkten Zinkcontainern mit üppiger, verspielter und exotischer Bepflanzung.

Die „Balcony Gardens“ der Chelsea Flower Show

In Martha Krempels Garten „Arcadia“ ging es darum, dem hektischen Stadtleben zu entfliehen. Zentrales Element waren hier alte Türen, die Krempel in Surrey entdeckte und die aus einem alten Palast in Indien stammten. Mit ihrem „Balcony of Blooms“ stellte Alexandra Noble unter Beweis, dass kleine Räume sowohl schön als auch praktisch sein können. Zwei Spindelbäume (Euonymus planipes) kamen zum Einsatz und Bänke dienten als erhöhte Plätze für Töpfe. Ein weiteres Augenmerk wurde auf ökologische Gesichtspunkte gelegt, mit einem grünen Kräutergürtel, der den Balkon umgibt.

Beim „The Landform Balcony Garden“ wurde der Schwerpunkt auf Natur gelegt und ein Ort der Entspannung und Unterhaltung erschaffen. Nicola Hale lockt in ihrem Garten mit Helianthus, Salvia, Aster und Ysop zahlreiche Bienen und andere Wildtiere an und gibt ihnen zusätzlichen Lebensraum in urbanen Zentren. Die Bedeutung der Gartenarbeit für die psychische Gesundheit zog sich wie ein roter Faden durch den „Green Sky Pocket Garden“ von James Smith. Hier können Menschen durchatmen, innehalten und die umgebende Bepflanzung aus mexikanischem Flohkraut (Erigeron karvinskianus), Rosmarin, Lavendel und zwei Erdbeerbäumen (Arbutus unedo) genießen. Michael Coley hingegen wollte mit seinem Garten „Sky Sanctuary“ einen Ort der Ruhe schaffen und wählte dafür eine Bepflanzung aus Farnen, japanischen Anemonen, Geranium Rozanne und einem Burkwood Osmanthus (Osmanthus × burkwoodii).

Die „Container Gardens“ der Chelsea Flower Show

Der von Ellie Edkins entworfene „The Hot Tin Roof Garden“ ist inspiriert von einem Leben am Strand, aber konzipiert für ein städtisches Gebiet. Große, runde Wellblechcontainer bestimmen den Garten, dazu kommen wellenförmige Pflanzgefäße aus Wellstahl und flippige, abstrakten Mustern auf den Fliesen. Lebhaft und verspielt kommt der „Pop Street Garden“ von John McPherson daher, der sich der Pop-Art und Street-Art bedient. Container zieren hier teils berühmte Pop-Art-Kunstwerke, wie die berühmte Campbell’s Tomato Soup von Andy Warhol.

Der „IBC Pocket Forest“ von Sara Edwards erinnert an die Balkone des Mailänder Bosco Verticale und winzige städtische Wälder. Dieser Garten ist ein städtischer Taschenwald und ein Zufluchtsort für Wildtiere. Die maßgefertigten und in diesem Garten wiederverwendeten IBC-Container werden in einem mehrschichtigen System mit Bäumen, Sträuchern in der Mitte des Stockwerks und Unterpflanzungen bepflanzt. Der japanische Designer Mika Misawa möchte mit „A Tranquil Space in the City“ mit nur fünf Pflanzen ein Gefühl der Ruhe hervorrufen. Dieser Garten besteht aus einer Mischung der Laubpflanzen Acer palmatum, Pinus mugo, Miscanthus sinensis und Euonymus microphyllus kombiniert mit einer Blühpflanze, die für Akzente sorgt. Im „The Stolen Soul Garden“ versucht Anna Dabrowska-Jaudi menschliche Emotionen in zwei gegensätzliche Bepflanzungen zu übertragen. Die lebende Wand im hinteren Teil des Gartens steht für die dunkle Seite von Gefühlen wie Angst, Leere und Verzweiflung, während die Bepflanzung in den Containern Empathie, Freude und Licht symbolisiert. Das schwarze Wasserbecken ist ein Symbol für das Leben und verbindet alle Elemente des Gartens.

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