TASPO GartenMarkt

CO2-Bilanz entlasten: Strom selbst erzeugen

Strom zu 13 bis 15 Cent je Kilowattstunde selbst erzeugen, die CO2-Bilanz entlasten, Schattierung im Arbeits- oder Verkaufsbereich des Gewächshauses kostenlos erreichen, eine gute Verzinsung des eingesetzten Kapitals erhalten – das alles sind Argumente dafür, auch in Zukunft Fotovoltaik-Anlagen im Gartenbau gewinnbringend zu installieren. 

Fotovoltaik-Module auf dem Gewächshaus von außen. Werkfoto

Mit den neuen Vorgaben des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) für Fotovoltaik-Anlagen – Stand rückwirkend zum 1. April 2012 – sind in Gewächshausdächer integrierte Fotovoltaik-Anlagen auch in Zukunft wirtschaftlich rentabel. Das hat Hermann-Josef Schumacher, Diplom Agrar Ingenieur aus Freiburg, analysiert. Er hat gemeinsam mit der abakus solar AG und der Firma Mrotzek, Moers, diese gartenbauliche Anwendung für Fotovoltaik entwickelt und an den Markt gebracht.

Gerade bei auch für Gartenbauunternehmen wahrscheinlich weiter steigenden Strompreisen, werden Fotovoltaik-Anlagen mit einer Leistung bis 40 KWp (Kilowatt Peak) zunehmend interessanter. Für eine solche Anlage sind rund 320 Quadratmeter Gewächshaus-Dachfläche erforderlich.

Daher sind sowohl Nachrüstungen bestehender Gewächshäuser als auch der Einbau von Fotovoltaikmodulen in Gewächshaus-Neubauten sinnvoll. Nach eingehenden statischen Prüfungen der abakus solar AG sind für die Standard-Venlo-Blockbauweise, zum Beispiel mit 3,20 Meter Kappen, Module auf der Basis von vier Millimetern Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) zu verwenden.

Diese weisen dann eine Gesamtstärke von etwa 5,5 Millimetern auf. Dünneres ESG sollte man bei 99,7 Zentimeter breiten Modulen nicht verwenden, da es bei Durchbiegung des Glases zu Schäden an der Elektronik des Moduls kommen kann, was seine Lebensdauer unkalkulierbar verkürzt. 3,2 Millimeter Einscheiben-Sicherheitsglas sollte nur für Module bis zu einer maximalen Breite von 75 Zentimetern verwendet werden.

Wenn alle fachlichen Aspekte bei der Planung und Installation der Anlagen beachtet werden, sind sie im Rahmen der Standard-Gewächshausstatik genehmigungs- und versicherungsfähig, eine entscheidende Voraussetzung für die Finanzierung solcher Anlagen mit Fremdkapital. Für fachgerecht ausgeführte und mit Qualitätsprodukten ausgestattete Fotovoltaikanlagen werden von der abakus solar AG Qualitätsgarantien für 80 Prozent Leistung auf 25 Jahre gewährt.

Glas-Folien-Module lassen sich an gängige Scheibenmaße und an Standortansprüche anpassen. Module mit 48 bis 60 polykristallinen Zellen und 190 bis 235 Wp Leistungspotenzial werden alternativ mit weißer, schwarzer oder transparenter Rückwandfolie angeboten. Die Module werden mit Standard-Klemmprofilen befestigt. Aufgrund der Verwendung von Einscheiben-Sicherheitsglas als Modulbasis, sowohl im Arbeits- als auch im Verkaufsbereich, bieten sie ein Höchstmaß an Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter. Dank der Schattiereffekte tragen sie außerdem zu einem angenehmen Klima im Arbeits- oder Verkaufsraum bei. Das wissen die Mitarbeiter der Firma Mrotzek aus Moers zu berichten.

Sie haben in Zusammenarbeit mit der abakus solar AG in niederrheinischen Gärtnereien inzwischen eine Vielzahl der hier beschriebenen, in Gewächshausdächer integrierten Fotovoltaik-Anlagen erfolgreich installiert. Installiert man Fotovoltaikmodule in Dächern beheizter Gewächshäuser, wird Schnee unmittelbar abgeschmolzen, so dass die Module ganzjährig Strom produzieren.

Sinnvollerweise installiert man solche Fotovoltaik-Anlagen über Gewächshausverbindern, die zu Arbeits- oder Kommissionierzwecken genutzt werden, im Bereich von Verkaufsgewächshäusern, oder auch über gartenbaulichen Kulturflächen mit einer Modulbelegungsdichte von maximal 25 Prozent.

Eine 10.000 Quadratmeter große Unterglasgärtnerei hat, je nach Kulturausrichtung, einen jährlichen Gesamtstrombedarf von 50.000 bis 80.000 Kilowattstunden. Davon werden etwa 25.000 bis 35.000 Kilowattstunden tagsüber benötigt. Mit einer 40 KWp-Anlage werden jährlich, je nach Standort in Deutschland und Ausrichtung des Gewächshauses, zwischen 35.000 und 41.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Entsprechend erzielen Anlagen dieser Größenordnung eine Eigenstromnutzung von 60 bis 85 Prozent. Der überschüssige Strom kann gleichzeitig zu einer Vergütung von 0,185 Euro pro Kilowattstunde ins Netz eingespeist werden. Die aktuellen Strompreise für Gärtnereien bewegen sich zwischen 19 und 22 Cent pro Kilowattstunde.

Wenn der Strom im eigenen Betrieb mit der in das Gewächshausdach integrierten Fotovoltaikanlage zu einem Satz von 13 bis 15 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden kann, liegt der Kostenvorteil aktuell bei sechs bis sieben Cent pro Kilowattstunde. Bei einem jährlichen Stromverbrauch von 25.000 bis 35.000 Kilowattstunden tagsüber ergibt sich ein Kostenvorteil von 1.500 bis 2.100 Euro pro Jahr. Dazu kommen noch die Gewinne durch den überschüssigen, ins Netz einzuspeisenden Strom in einer Größenordnung von 300 bis 900 Euro jährlich.

Je nach Finanzierung der Investition, dem Standort in Deutschland und der Ausrichtung des Gewächshauses lassen sich so Kapitalrenditen von drei bis sechs Prozent erwirtschaften. Bei optimalen Voraussetzungen sind Amortisationszeiten von knapp zehn Jahren zu erwarten – eine wichtige Schallmauer für fremdfinanzierte Projekte, da die Kreditfinanzierungen der Banken für Fotovoltaikanlagen in der Regel über zehn Jahre abgeschlossen werden.

In Gewächshausdächer integrierte Fotovoltaikanlagen sind über 20 Jahre abschreibbar und können in den ersten fünf Jahren mit bis zu 20-prozentigen Sonderabschreibungen zur Steuerentlastung der Gärtnerei beitragen. Über Fotovoltaikprojekte sind steuerlich vorteilhafte Kapitalimporte in ein Unternehmen im Zuge des Generationenwechsels möglich.

Steuerberater verfügen über entsprechende Detailinformationen. Gleichzeitig wird durch die reduzierte CO2-Emission ein wichtiger Beitrag zum aktiven Umweltschutz geleistet. (ts)