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CO2-Footprint: Geothermie für GEO Paprika

Demnächst werden bei Wijnen Square Crops in Grubbenvorst, gleich hinter der niederländischen Grenze bei Venlo, 33 Hektar Unterglasfläche mit Geothermie, das heißt Wärme aus tiefen Bodenschichten, beheizt. Der CO2-Ausstoß, der für die Produktion von Paprika auf dieser Fläche bisher durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl anfällt, wird damit um 90 Prozent reduziert.

Twan Wijnen erklärt, was die Paprika für ein optimales Wachstum braucht. Foto: Agrobusiness

Dies erfuhren die deutschen und niederländischen Teilnehmer der Veranstaltung zum Thema CO2-Footprint im Betrieb von Wijnen Square Crops, zu der Agrobusiness Niederrhein und „Region ohne Grenzen“ gemeinsam eingeladen hatten.

Der Gemüsebaubetrieb Wijnen Square Crops investiert 15 Millionen Euro, um über zwei Förderbohrungen und einer Injektionsbohrung 80 Grad Celsius warmes Wasser aus 2.500 Meter Tiefe für die Beheizung seiner Flächen nutzen zu können. „Wir sind stolz darauf, den CO2-Ausstoß zukünftig drastisch um bis zu 90 Prozent reduzieren zu können und werden die Konsumenten unserer Paprika darüber informieren“, sagte Pieter Wijnen. Ziel ist die Vermarktung als umwelt- beziehungsweise klimafreundliches Premiumprodukt mit der Bezeichnung „GEO Paprika.“

Der CO2-Footprint ist eng an den Aufwand fossiler Energiequellen gekoppelt. Dr. Michael Blanke von der Universität Bonn empfiehlt den Gartenbau-Unternehmen daher, alle Möglichkeiten der Umstellung auf regenerative Energieträger zu prüfen und Transportwege zu optimieren. Diese Maßnahmen wirken sich positiv auf den CO2-Footprint aus, um Marktvorteile zu nutzen oder den Marktzugang zu Premiumprodukten zu erschließen.

Der Verbraucher möchte über den CO2-Ausstoß, für den ein Produkt verantwortlich ist, informiert werden. Für pflanzliche Produkte, wie beispielsweise Äpfel, schwankt dieser Wert saisonal. Äpfel, die direkt nach der Ernte zum Verbraucher kommen, weisen einen etwas geringeren Carbon Footprint auf als Äpfel, die ein halbes Jahr gelagert worden sind. „Informieren Sie den Verbraucher über das Internet und helfen Sie ihm dabei, mit einem Link über einen QR-Code“, empfiehlt Dr. Alexander Ellebrecht von Chainfood aus Bonn.

Dr. Ellebrecht sieht einen Trend für die Entwicklung vom CO2-Footprint hin zum ökologischen Footprint bis hin zu Nachhaltigkeitsschemas, die zum Beispiel soziale Standards einbeziehen. „Wir freuen uns über das große Interesse der Teilnehmer an diesem Thema“, sagt Dr. Anke Schirocki, Geschäftsführerin von Agrobusiness Niederrhein. „Es ist wichtig, dass man sich mit diesen aktuellen Themen in der Region beschäftigt, denn so entwickeln sich Kontakte und neue Ideen, die den Unternehmen, der Region und nicht zuletzt dem Verbraucher zugute kommen.“

Abschließend konnten die Teilnehmer mitnehmen, dass Obst und Gemüse aus heimischer Produktion im Vergleich zu anderen Lebensmitteln beim CO2-Footprint recht gut abschneiden. Dr. Blanke empfiehlt daher „Essen Sie Obst und Gemüse, damit leisten Sie einen Beitrag für die Umwelt!“ (ts)