TASPO GartenMarkt

Das „grüne Wunder von Kriftel“

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Das Tropica der Familie May ist „Bestes Unternehmergeführtes Gartencenter“ beim TASPO Award 2019. In der Kategorie „Local Hero“ belegte das traditionsreiche Unternehmen aus Kriftel zudem einen hervorragenden zweiten Platz. Was macht das „Grüne Wunder von Kriftel“ so erfolgreich? Die TASPO hat bei Silvia May nachgefragt.

Die drei Tropica Chefs (v. l.): Oliver Prusko (Geschäftsführer), Silvia und Heiner May (beide Inhaber). Foto: Melanie Bauer Photodesign

Aus der Idee, eine Art Hofladen für Freunde tropischer Pflanzen aufzumachen, ist in den letzten 25 Jahren ein gut sortiertes Fachgartencenter mit über 3.300 Quadratmeter Verkaufsfläche und Dienstleistungsangeboten entstanden. In welchen drei Bereichen Ihres Geschäfts haben Sie in den letzten zehn Jahren Wachstum erlebt?

Vom Kakteen- und Bonsaiproduzent, der ausschließlich bundesweit den Fachhandel beliefert, zu einem regionalen Gartencenter zu mutieren, ist tatsächlich eine Wende um 180 Grad, besonders für die Mitarbeiter.

Die Idee einer Exotengärtnerei wurde bald zum Vollsortiment gewandelt. Neben unserer Stärke, den Zimmerpflanzen, wünschen die Kunden eben das volle Balkonsortiment sowie Baumschulpflanzen und Wohndeko für Haus und Garten. Diese Bereiche wuchsen entsprechend am stärksten. Daneben gibt es unser Überwinterungsangebot für Kübelpflanzen. Mittlerweile haben wir eine ältere Gärtnerei hierfür erworben und pflegen jeden Winter etwa 800 Kübelpflanzen von 300 Kunden mit Hol- und Bringservice.

Was waren die drei wichtigsten Entscheidungen, die Sie als Inhaber im Verlauf der letzten zehn Jahre getroffen haben – mit welchen Auswirkungen?

Als kinderloses Ehepaar haben wir uns frühzeitig Gedanken um eine Fortsetzung unserer gartenbaulichen Erfolgsgeschichte – seit 1888 sind wir Gärtner – gemacht. Wir wollten nicht „die letzte Fruchtfolge“, also die Wohn- oder Gewerbebebauung unseres Betriebes mit all den Auswirkungen auch für unsere 40 Mitarbeiter miterleben.
Dass wir jedoch einen Auszubildenden, der nun bereits seit 19 Jahren bei uns wirkt, so schätzen gelernt haben, dass er 2013 in die Geschäftsführung aufgestiegen ist, war eine der besten Entscheidungen und ein Glücksfall. Und dass wir ihn, seine Frau und seine beiden Kinder so ins Herz geschlossen haben, dass wir ihn 2017 adoptiert haben, das war absolut nicht planbar. Oliver Prusko führt mittlerweile die Tagesgeschäfte. Eine ganz wichtige Entscheidung war die Überlegung, wie wir dem stärker werdenden Onlinehandel begegnen: Seit drei Jahren haben wir ein Café & Bistro mit separater Kids-Lounge, dies ist nun unser beliebter Kundenmagnet, bringt Atmosphäre und macht das Tropica sympathisch.

Welche Bemühungen oder Entscheidungen der vergangenen Jahre haben nicht das gewünschte Ergebnis gebracht?

Wir haben versucht, für unser doch etwas in die Jahre gekommenes Gartencenter entweder eine adäquate Fläche in der Umgebung zu finden oder Erweiterungsflächen zu erwerben. In einer Zeit und einer Gegend, in der Grundstücks- und Immobilienpreise jährlich stark steigen, war dies nicht von Erfolg gekrönt. Daher haben wir uns dazu entschlossen, unser Tropica in der jetzigen Größe als „Fachgeschäft für Lebensqualität“ zu etablieren. Ein Gartencenter mit Gärtnereicharakter in einem von Banken und Büros dominierten Ballungsraum hat seinen Charme. Das bewerten vor allem unsere Kunden positiv.

Das komplette Interview mit Silvia May lesen Sie in der November-Ausgabe des GartenMarkt in TASPO 46/2019.