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Dehner: „Wir sind einfach richtig gut bei Grün aufgestellt“

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Wolfgang Graeser ist viel mehr als der Einkaufsleiter Grün bei der größten Gartencenter-Kette Deutschlands. Im August feierte der Ideengeber und Initiator der Gärtnersiedlung in Rain am Lech sein 50. Dienstjubiläum. Nicht zuletzt ihm verdankt Dehner seinen guten Ruf in Bezug auf das Pflanzensortiment und die Qualität. Wir haben uns mit dem umtriebigen Pflanzenkenner unterhalten.

Wolfgang Graeser startete am 18. August 1969 seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei Dehner. Seit 1975 arbeitet er im Einkauf Grün, zunächst im Bereich Indoor, und übernahm 1998 letztlich den Gesamteinkauf Grün Indoor & Outdoor als Bereichsleiter. Foto: Dehner

Heute ist die Gärtnersiedlung etabliert und akzeptiert und vor allem gar nicht mehr wegzudenken. Dabei waren die Anfänge alles andere als leicht, oder?

Viele junge Kollegen nehmen die Gärtnersiedlung in der Tat als selbstverständlich wahr. Aber die dadurch geschaffenen Kosten- und logistischen Vorteile können andere Gartencenter nicht bieten. Ohne unseren Seniorchef Albert Weber gäbe es die Gärtnersiedlung allerdings nicht. Er war ein großer Unterstützer der ersten Stunde. Am schwierigsten war es, die Banken von unserer Idee zu überzeugen. Die dachten bei Gärtnerei an einen kleinen Betrieb, wo mit Schürze und Gießkanne ein paar Pflänzchen produziert werden. Erst als sie verstanden hatten, was eine moderne Gärtnerei ist, war die Finanzierung endlich in trockenen Tüchern. Die Gärtnersiedlung hat auf europäischer Ebene den höchsten Standard. Und eine so große Siedlung ist in den letzten Jahren auch nirgendwo anders entstanden.

Man vergisst oft, dass Sie auch am Aufbau anderer Plattformen maßgeblich beteiligt waren – und das lange, bevor es die Gärtnersiedlung gab.

Das ist richtig. Bereits seit 1993 produzieren und beliefern uns Cosmoflora in Italien mit Gewürzen, Margeriten und Hortensien sowie Euroflora in Dänemark mit einem blühenden Sortiment querbeet. 1999 folgte dann EPS am Niederrhein und schließlich 2007 Allgreen in Holland. Da gab es aber die Gärtnersiedlung schon... Allen gemein ist, dass sie ausschließlich für Dehner arbeiten, uns exklusiv beliefern und zudem auf Initiative von Dehner ins Leben gerufen wurden. Das Prinzip ist ähnlich wie das der Gärtnersiedlung: Wir haben zum Beispiel Sicherheit bei den Mengen, dem Sortiment, der Verfügbarkeit und der Qualität.

Stichwort biologischer Anbau: Wie gehen Sie bei Dehner damit um?

Wir leben bei Dehner selbstverständlich den bewussten Umgang mit Ressourcen. Wir bieten biologisch angebaute Kräuter- und Gemüsepflanzen an – allerdings auch aus konventionellem Anbau, was unsere Kunden sogar stärker nachfragen als die Bio-Pflanzen. Für den Zierpflanzenbau gibt es gar keine gesetzliche Grundlage für den ökologischen Gartenbau. Bei Blumen, Stauden und Ziergehölzen gibt es immerhin Zeichen ökologischer Anbauverbände wie Demeter, Bioland oder Naturland. Auf Torf sollte, muss aber nicht unbedingt im Bio-Anbau verzichtet werden. Laut den Richtlinien von Bioland zum Beispiel darf der Torfanteil in Substraten maximal 50 Volumenprozent bei Baumschul-, Stauden- und Zierpflanzenkulturen betragen.

Und wie begegnen Sie bei Dehner dem Thema Nachhaltigkeit?

Wissen Sie, das Wort ist in aller Munde, aber ich mag es trotzdem nicht. Da lese ich zum Beispiel in Ihrer TASPO über neue nachhaltige Konzepte der Konkurrenz – das ist aber für uns nichts Neues. So arbeiten wir schon lange. Nur hängen wir es nicht an die große Glocke. Denn wer mit Nachhaltigkeit wirbt, der macht sich auch angreifbar. Dann zeige ich vielleicht einen Bereich, in dem ich vermeintlich vorbildlich handele – und hinterfragt jemand das alles, dann findet er einen anderen Bereich wo es eben noch nicht so ist.

Nachhaltigkeit ist auch ein sehr dehnbarer Begriff. Sehen Sie, unser Engagement an der FH Weihenstephan mit den Schulgartenprojekten oder die Geschichte mit dem Roggenburger Kloster-Efeu – das alles fällt ja neben nachhaltigen Anbaumethoden in der Gärtnersiedlung auch unter diesen Begriff. Wir möchten das Wort also am liebsten nicht verwenden – sondern vor allem danach handeln.

Das komplette Interview mit Wolfgang Graeser und mehr zur Gärtnersiedlung in Rain am Lech lesen Sie in der TASPO 30/2019, die in unserem Online-Shop abrufbar ist.