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Der Computerchip von morgen ist „Bio“!

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Forscher haben einen Computerchip entwickelt, der zu über 99 Prozent aus biologischen Materialien besteht. Das Trägermedium des Chips ist durchsichtig und kann von Pilzen abgebaut werden. Die Erfindung könnte ökologisch bedenklichen Abfall aus der Verwendung von Halbleitermaterialien reduzieren. Halbleiter sind die Grundlage für Speicherchips oder Prozessoren, wie sie heutzutage millionenfach in Smartphones oder Tablets verbaut werden.

Forschern entwickelten aus den Zellwänden von Bäumen ein Trägermedium für Bio-Computerchips. Foto: Christian Mannsbart

99 Prozent aus Bestandteilen der pflanzlichen Zellwand

„Über 99% des verwendeten Materials in einem Computerchip dienen nur als Gerüst. Entscheidend für seine Funktion sind aber nur ein paar wenige, hauchdünne Mikrometer“, erklärt Wissenschaftler Zhenqiang Ma den Ansatz gegenüber dem Portal Pflanzenforschung.de.

Er und seine Kollegen ersetzten klassische Halbleiterstoffe wie Silicium (Si), Siliciumcarbid(SiC), Indiumphosphid (InP) oder Galliumarsenid (GaAs) vereinfacht ausgedrückt mit kleinsten Holzfasern, sogenannten Cellulose-Nano-Fibrillen (CNF), die Bestandteil der pflanzlichen Zellwand sind.

Kompostierbarer Bio-Computerchip bleibt Zukunftsmusik

Der Weg bis zum totalen Bio-Computerchip ist allerdings noch nicht völlig beschritten. Schaltkreise, die ungefähr ein Prozent der gesamten Chipmasse ausmachen, werden auch weiterhin noch aus Halbleitern gefertigt. Diese können nicht biologisch abgebaut werden. Dennoch reduziere sich die Menge verunreinigten Wassers durch ein Smartphone, das weggeworfen wurde, nach Aussagen der Forscher von 130 Litern auf 0,33 Liter. Trotzdem bleibt der kompostierbare Computerchip vorerst Zukunftsmusik.