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Deutsche Umwelthilfe warnt: Giftabgase aus Motorsägen

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat den TÜV Nord beauftragt, Emissionsmessungen an handgeführten mobilen Gartengeräten durchzuführen. Das Ergebnis: Bei den zehn untersuchten Motorkettensägen vor allem für den Hobbybereich wurden die europaweit geltenden Abgasgrenzwerte teilweise um bis zu 640 Prozent überschritten.

Besonders das direkte Einatmen der Abgase kann die Gesundheit gefährden. Symbolfoto: dieter76/Fotolia

Getestete Motorkettensägen online und im Baumarkt beschafft

Bei der Hälfte der Geräte wies das Prüfinstitut teilweise erhebliche Überschreitungen des kombinierten Grenzwerts für Kohlenwasserstoffe (HC) und Stickoxide (NOx) nach. Drei der Motorkettensägen verfehlten zusätzlich den Grenzwert für Kohlenmonoxid (CO).

Die untersuchten Motorkettensägen wurden auf den üblichen Vertriebswegen im Online-Handel und in Baumärkten beschafft.

Gesundheitsgefährdung durch Schadstoffe im Abgas

Trauriger Spitzenreiter der Emissionsmessung ist das Modell Scheppach CSP 2540: Das Modell überschritt in den von Deutschen Umwelthilfe beauftragten Emissionsmessungen den Summengrenzwert für HC und NOx um über 640 Prozent.

Bei drei der geprüften Motorsägen kann der Vergaser durch den Nutzer ohne Begrenzung verstellt werden. Neben der Gesundheitsgefährdung durch stark erhöhte Schadstoffe im Abgas sind damit noch weitere Sicherheitsrisiken verbunden, informiert die DUH. Daher sei dies unzulässig.

IVG fordert strengere Kontrollen

Auf den aktuellen Test angesprochen, teilte der Industrieverband Garten (IVG) unserer Redaktion mit: „Wir begrüßen grundsätzlich die Initiative der Deutschen Umwelthilfe, Prüfungen der Abgasemissionen an Motorkettensägen durchzuführen. Auch wir sehen mit Sorge die Entwicklung bei Geräten, die im Discount- und Online-Markt angeboten werden.“

Insbesondere bei Einstiegsgeräten komme es überdurchschnittlich oft zu Regelverstößen, die von der Marktüberwachung kaum oder gar nicht wahrgenommen werden. Hier gelte es, strengere Kontrollen durchzuführen, um das Sicherheitsniveau deutlich zu verbessern.

EU-Verordnung regelt Marktüberwachung

Seit dem 1. Januar 2017 regelt die europäische Verordnung für Emissionen mobiler Maschinen (EU Nr. 1628/2016) das Inverkehrbringen mobiler Maschinen und die Schadstoffgrenzwerte motorbetriebener Gartengeräte. Sie legt außerdem Vorgaben und Verantwortlichkeiten bei der Marktüberwachung fest.

Neben den Behörden und den Herstellern sind auch Händler, die die von der Verordnung erfassten Produkte an Verbraucher abgeben, gesetzlich verpflichtet sicherzustellen, dass die Produkte gesetzeskonform sind.

Mehr dazu lesen Sie in der TASPO 03/2019, die Sie auch im TASPO Online-Shop abrufen können.