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Deutscher Heimtiermarkt 2016 mit Umsatzplus

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Die deutsche Heimtierbranche entwickelt sich weiter positiv: Sie erwirtschafte 2016 ein Umsatzplus von 0,9 Prozent und einen Gesamtumsatz von knapp 4,15 Mrd. Euro. Der Online-Markt ergänzte das Ergebnis nach Schätzung von Experten mit 510 Mio. Euro und gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) startete eine Kampagne für mehr Tierschutz in der Heimtierbranche. Foto: ZZF

Die Branche hält 2016 das hohe Umsatzniveau der Vorjahre – insbesondere mit „Heimtier-Fertignahrung“ im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel. Der Umsatz dieser Produkte verzeichnete ein Plus von 0,4 Prozent und übertraf mit 3,17 Mrd. Euro das Vorjahres-Ergebnis. Das Segment „Bedarfsartikel und Zubehör“ erhöhte – nach leichten Einbußen im letzten Jahr – seinen Umsatz um 2,5 Prozent auf 977 Mio. Euro.

Fachhandel: stark bei Bedarfsartikeln und Zubehör

Mit einem Umsatz von 790 Mio. Euro und einem Umsatzanteil von 81 Prozent blieb der Fachhandel auch 2016 wichtigster Absatzweg für Bedarfsartikel und Zubehör. Der Lebensmitteleinzelhandel (einschließlich Drogeriemärkten und Discountern) behauptete sich dagegen als Hauptabsatzweg für Heimtier-Fertignahrung  (Umsatz: 2.076 Mio. Euro, Umsatzanteil: 65 Prozent).

Schätzungen von Experten aus Industrie und Handel bestätigen wie schon in den Vorjahren: Das Internet gewinnt auch für Heimtierprodukte zunehmend an Bedeutung. 2016 betrug das geschätzte Umsatzvolumen etwa 510 Mio. Euro – ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr. Differenzierte, tierartenspezifische Daten zum Online-Markt sind derzeit noch nicht verfügbar.

Nach minimalen Einbußen im Jahr 2015 konnte der Bereich „Bedarfsartikel und Zubehör“ den Trend 2016 wieder umkehren und verzeichnete mit einem Umsatz von 977 Mio. Euro im stationären Handel ein Plus von 2,5 Prozent.

„Diese erfreuliche Entwicklung, die sich ganz besonders in den Bereichen Hunde und Katzen niederschlägt, ist sicherlich auch das Ergebnis der engagierten Arbeit im Zoofachhandel, der ja den weitaus größten Anteil an diesem Marktsegment darstellt“, so Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF).

Den größten Umsatzanteil bei „Bedarfsartikeln und Zubehör“ im stationären Handel hat nach wie vor die Katzenstreu: 2016 wuchs das Segment um 5,6 Prozent auf 284 Millionen Euro.

Wachstums-Gewinner innerhalb der Kategorie waren wie schon im Vorjahr die Bereiche Hundezubehör (182 Mio. Euro, plus 6,4 Prozent) sowie Katzenzubehör (192 Mio. Euro, plus 3,8 Prozent). Rückläufig waren hingegen die Zahlen bei Bedarfsartikeln und Zubehör für Zierfische (182 Mio. Euro, minus 1,6 Prozent), Kleintiere (102 Mio. Euro, minus 2,9 Prozent) und Ziervögel (35 Mio. Euro, minus 7,9 Prozent).

Heimtierfutter im Detail

Zwar ist der Katzenfuttermarkt 2016 mit einem Umsatz von 1.602 Mio. Euro noch das größte Futtersegment im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel, er musste allerdings ein leichtes Minus von 0,5 Prozent hinnehmen. Dabei gingen sowohl die Umsätze im Segment „Feuchtfutter“ (1.071 Mio. Euro, minus 0,4 Prozent) als auch im Segment „Snacks“ (235 Mio. Euro, minus 1,7 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr zurück. Positiv gestaltete sich hingegen die Entwicklung im Segment „Trockenfutter“. Das konnte den Abwärtstrend der Vorjahre stoppen und im stationären Handel das Niveau von 2015 halten. Es schloss mit einem Umsatz von 296 Mio. Euro ab.

Mit einem Wachstum von 2,3 Prozent setzte der Markt für Hundefutter den Wachstumstrend der Vorjahre 2016 fort und behauptete sich mit einem Umsatz von 1.354 Mio. Euro im stationären Handel. Wachstumstreiber waren die Segmente „Feuchtfutter“ (432 Mio. Euro, plus 4,1 Prozent) und „Snacks“ (495 Mio. Euro, plus 3,3 Prozent). Der Bereich „Trockenfutter“ blieb mit einem Umsatz von 427 Mio. Euro weitgehend stabil (minus 0,5 Prozent).

„Die Praxis der Mischfütterung mit Feucht- und Trockennahrung und die Fütterungsvorteile von Einzelportionspackungen sind sicherlich mitverantwortlich für das Wachstum bei Feuchtfutter“, sagt Georg Müller, Vorsitzender des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V. „Und auch Snacks mit funktionalem Zusatznutzen sowie Belohnungsartikel sind weiterhin sehr gefragt und führen ebenfalls zu einem weiteren Wachstum in dieser Kategorie.“

An dritter Position blieb bei den Futtermitteln das Segment Kleintierfutter. Dieses verzeichnete jedoch im Jahr 2016 in den klassischen Vertriebswegen Umsatzeinbußen von minus 4,2 Prozent und sank auf 115 Mio. Euro.

Auch die Umsätze am Markt für Zierfischfutter (56 Mio. Euro, minus 6,7 Prozent) sowie im Bereich Ziervogelfutter (43 Mio. Euro, minus 2,3 Prozent) blieben rückläufig.

Deutsche lieben ihre Heimtiere

Die Liebe zu Heimtieren ist in Deutschland ungebrochen. Nahezu in jedem zweiten Haushalt (44 Prozent) leben in diesem Land laut Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) und ZZF Heimtiere – insgesamt 31,6 Mio. Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel sowie zahlreiche Zierfische und Terrarientiere. Über die Hälfte aller Familien mit Kindern (61 Prozent) haben ein Haustier, 19 Prozent aller Haushalte sogar mindestens zwei Heimtiere. Aber auch in kleineren Haushalten sind Heimtiere beliebt: 30 Prozent leben bei Einzelpersonen (2015: 29 Prozent), 36 Prozent in Zweipersonenhaushalten (2015: 38 Prozent).

Seit fast 20 Jahren ist die Katze das Lieblingsheimtier der Deutschen – insgesamt leben 13,4 Mio. Katzen in 22 Prozent der deutschen Haushalte. An zweiter Stelle folgen 8,6 Mio. Hunde in 17 Prozent der Haushalte, an Position drei 5 Mio. Kleintiere in 6 Prozent der Haushalte.

Die Zahl der Ziervögel betrug im letzten Jahr 4,6 Mio. in 4 Prozent der Haushalte. Zudem gibt es im selben Zeitraum 2 Mio. Aquarien sowie 1,6 Mio. Gartenteiche mit Zierfischen in jeweils 4 Prozent der Haushalte in Deutschland. Die Zahl der Terrarien bleibt stabil: Es wurden 700.000 Terrarien in 1 Prozent der Haushalte ermittelt.

Kampagne für mehr Tierschutz

„Die Heimtierbranche trägt eine große Verantwortung bei der Versorgung und Vermittlung von Heimtieren", erklärt Norbert Holthenrich. Der ZZF startete daher eine Kampagne unter dem Motto „Wir fürs Tier“ – für mehr Tierschutz in der Heimtierbranche. Im Rahmen der Kampagne  seien alle Branchenmitglieder eingeladen, sich dieser Tierschutz-Initiative anzuschließen.

Auch die Systemzentralen egesa/ZOOMA, Fressnapf, Futterhaus und Sagaflor sind Verbandsmitglieder und arbeiteten bereits auf Grundlage dieser Beschlüsse. Sie bewerben die Kampagne bei ihren Partnern und unterstützen sie beispielsweise über die Auslage von Flyern oder Aufklebern in den Märkten.

Auf seiner Fachtagung "Wir fürs Tier" am 1. Juni in Berlin bietet der ZZF allen interessierten Politikern und Fachkreisen ein Forum zum Austausch über eine artgerechte Heimtierhaltung. Im Mittelpunkt der Fachtagung steht eine Diskussion über die unterschiedlichen Vorschläge der Parteien zum Tier- und Artenschutz. Gemeinsam mit den Expertinnen der im Bundestag vertretenen Parteien will der Verband diskutieren, wie der Tier- und Artenschutz in Deutschland weiterentwickelt werden sollte und wie das Zusammenleben mit Heimtieren gestärkt und gefördert werden kann.

Folgende Expertinnen stehen den Teilnehmern auf dem Podium Rede und Antwort: Gitta Connemann (stv. Vorsitzende CDU/CSU), Ute Vogt (stv. Vorsitzende SPD), Nicole Maisch (Bündnis 90/Die Grünen) und Birgit Menz (Die Linke).

Anmeldung sowie weitere Informationen unter: www.wirfuerstier.de/anmeldung.