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Deutscher Innovationspreis Gartenbau: vier Betriebe ausgezeichnet

Im Rahmen des Deutschen Gartenbautages ist in diesem Jahr wieder der „Deutsche Innovationspreis Gartenbau“ vergeben worden. Für herausragende, beispielgebende Innovationen im Gartenbau zeichneten Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesagrarministerium, und Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), in diesem Jahr insgesamt vier Betriebe aus. 

Peter Bleser (l.) und Jürgen Mertz (r.) überreichten beim Deutschen Gartenbautag am 25. September den „Deutschen Innovationspreis Gartenbau 2014“ unter anderem an den Staudenbetrieb Köster aus Bottrop. Foto: ZVG

So erhielt der Staudenbetrieb Köster (Bottrop) den Innovationspreis 2014, weil das Unternehmen seit mehreren Jahren systematisch an einem zentralen Problem der Produktmarkierung kleiner Stückzahlen bei gleichzeitig hoher Variantenvielfalt arbeitet und jetzt eine ganzheitliche Problemlösung vorgelegt hat. Da diese Herausforderung nicht nur für den Bereich Stauden gilt, sei von einer hohen Relevanz und Modellwirkung für den Gartenbau auszugehen. Zudem seien von dem Konzept allgemeine Impulse für die Professionalisierung von Wertschöpfungsketten im Gartenbau zu erwarten.

Die Firma SET-Derksen (Emmerisch-Elten) hat ein Erntegerät für Grünspargel entwickelt. Der GrünFix ist ein Erntemesser, der für jeden Erntehelfer individuell, auch für Linkshänder, eingestellt werden kann und dadurch die optimierte Gestaltung der Grünspargelernte im Vergleich zur herkömmlichen Erntemethode mit einem kleinen Messer wesentlich erleichtert. Durch die ergonomischere Körperhaltung ist die Arbeit weniger ermüdend und anstrengend; auch kann eine höhere Ernteleistung realisiert werden. Durch den geringen Anschaffungspreis verfügt der GrünFix über ein großes Potenzial in vielen Betrieben, die Grünspargel anbauen, zum Einsatz zu kommen.

Die Firma RAM Mess- und Regeltechnik (Herrsching) hat eine Steuerung zum präventiven Schließen von Tagesschirmen entwickelt, um Energieverluste in Gewächshausanlagen zu reduzieren. Die neu entwickelte Auskühlschutzfunktion schließt den Schirm, sobald eine sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Energieverbrauch negativ auswirkende Bedingung eintritt. Die Steuerung kann durch die Faktoren Niederschlag, Außentemperatur, Raumtemperatur und Windgeschwindigkeit erfolgen. Zusätzlich kann für jeden einzelnen der genannten Faktoren ein eigener Grenzwert für die Außenhelligkeit eingestellt werden. Erst wenn dieser Wert unterschritten wird, tritt die jeweilige Funktion auch in Kraft. Ein Öffnen des Schirmes erfolgt erst, wenn alle sich negativ auswirkenden Faktoren entfallen, oder der Grenzwert für die Außenhelligkeit überschritten wird.

Dem Gartenbaubetrieb Peter van Leuven (Geldern-Lüllingen) ist es nach langer Beschäftigung mit Boronia heterophylla gelungen, ein exklusives und ansprechendes zierpflanzenbauliches Produkt zu entwickeln: Boronia heterophylla in der Form eines Hochstämmchens. Damit dieses Produkt seine Exklusivität behält, ist neben der Erarbeitung des Kulturverfahrens auch eine Marketingstrategie entwickelt worden. Da die Produktionszeit bis zum Verkauf bis zu drei Jahre dauern kann, wird Boronia heterophylla ausschließlich an den Fachhandel ausgeliefert. Für die gute Vermarktung sorgen speziell ausgearbeitete Verkaufs- und Informationshilfen. Somit kann sich der Fachhandel mit exklusiven, hochwertigen Produkten von anderen Verkaufsstätten absetzen und Alleinstellungsmerkmale aufweisen. Dies ist auch vor dem Hintergrund einer notwendigen Inwertsetzung gartenbaulicher Produkte sinnvoll. (ts/zvg/bmel)