TASPO GartenMarkt

Dienstleistungen im Gartencenter gewinnen immer mehr an Bedeutung

Dienstleistungen tragen zur Kundenbindung und Abgrenzung gegenüber anderen Anbietern bei. Im Zuge der demografischen Entwicklung könnten Dienstleistungen für 60-plus Kunden, der Hauptzielgruppe im Gartenmarkt, an Bedeutung gewinnen. Dazu zählt etwa die Lieferung bis in den Garten oder den Pflanzenstandort in der Wohnung.

Eine häufige Frage ist, wie solche Dienstleistungen dem Kunden in Rechnung gestellt werden sollten. Services wie Einladehilfen, Pflanzentipps über Infoterminals, persönliche Produkt-Beratung, das Verpacken von Geschenken werden in der Regel kostenlos ausgeführt. Gartenplanung, oder das Bepflanzen von Gefäßen, Pflanz- oder Lieferservices im Garten werden dem Kunden hingegen berechnet.

An Bedeutung gewinnen könnten neue Dienstleistungen wie der „persönliche Einkaufsberater“. Dabei werden „VIP-Kunden“ mit hohem Anspruch und hoher Kaufkraft von Mitarbeitern am Eingang abgeholt und während des ganzen Einkaufs begleitet. Dieser Service wird sich nicht direkt in Rechnung stellen lassen, trägt aber zur Kundenbindung bei.

Dienstleistungen können im eigenen Profitcenter, einer eigener Abteilung oder über Kooperationspartner ausgeführt und abgerechnet werden. Beispiele dafür sind:

  • Floristikabteilung mit floristischen Dienstleistungen von der Hochzeit bis zur Beerdigung und Dekoration als Shop-in-Shop im Gartencenter;
  • Gartenanlage und Pflege;
  • Lieferung von Gartenpflanzen (Gehölze), verbunden mit kleinen Gartenplanungen;
  • Pflanzenüberwinterung: Wenn keine eigenen Gewächshausflächen zur Verfügung stehen, bietet sich eine Zusammenarbeit mit Produktionsbetrieben an. Das Gartencenter verrechnet einen Kostensatz für die Überwinterung (beispielsweise 140 bis 160 Euro je Quadratmeter für den Überwinterungszeitraum von sieben Monaten), schließt Überwinterungsverträge ab und behält 20 bis 25 Prozent Handlungskosten ein.
  • Raumbegrünung mit oder ohne Kooperationspartner: Einige Zulieferer von Hydropflanzen bieten an, Gefäße nach Kundenwunsch zu bepflanzen, die über das Gartencenter ausgeliefert und verrechnet werden.
  • Grabanlage und Pflege: Diese Dienstleistung wird in der Regel in eigenen Abteilungen oder in Zusammenarbeit mit Partnern ausgeführt.

Bestimmte Beratungen sollten als Dienstleistungen verrechnet werden. Dazu gehören eine umfassende Pflanzenschutzberatung (mit Krankheits- und Schädlingsbestimmung). Sie wird mit einer pauschalen Schutzgebühr belegt (etwa fünf Euro) und beim Kauf verrechnet. Einfache Gartenplanungen werden mit 50 bis 100 Euro veranschlagt und bei der Ausführung angerechnet.

Kundenseminare finden gegen Gebühr zu den verschiedensten Themen über das ganze Jahr verteilt im Gartencenter statt. Es bietet sich an, sie zur besseren Kundenbindung in Bonusprogrammen von Treuekarten zu integrieren. Eine weitere Möglichkeit ist, Kundenseminare im Rahmen eines Kundenclubs stattfinden zu lassen. Kundenclubs sind in englischen Gartencentern Standard.

Für alle Dienstleistungen, auch die komplexeren, die in einem eigenen Profitcenter abgerechnet werden, müssen die tatsächlichen Kosten berücksichtigt werden. Als Basis dienen:

  • Lohn-/Arbeitskosten (Betriebsdurchschnittslohn des Unternehmens oder der Abteilung);
  • Materialkosten;
  • eventuell flächenbezogene Kosten (Energie) und Fahrzeugkosten (bei Lieferung).

Daten über Zeitbedarf, Materialverbrauch, benötigte Flächen für einen Zeitraum oder die benötigte Fahrzeit müssen exakt erfasst werden. Dabei ist es üblich, mit Pauschalen zu arbeiten, die regelmäßig überprüft werden.

In der Praxis werden die Gesamtstunden für eine Dienstleistung erfasst und mit dem Betriebsdurchschnittslohn multipliziert. Der Betriebsdurchschnittslohn kann aus dem Lohnaufwand abgeleitet werden. Der Lohnaufwand enthält die gesetzlichen tariflichen Sozialleistungen und freiwillige Leistungen des Arbeitgebers und kann aus der Buchhaltung entnommen werden. Der Lohnaufwand wird dann durch die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden dividiert. (kst)

Lesen Sie mehr zum Thema in der TASPO Ausgabe 43/2014.