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Digital Natives: Talente finden und binden

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Weltoffen, weltweit vernetzt und nur einen Klick von allem Wichtigen entfernt: Die Rede ist von Digital Natives. Sie sind die Fachkräfte von heute und morgen, die sich dank der demografischen Entwicklung ihre Arbeitgeber zunehmend aussuchen können. Wie kann die Grüne Branche sich hier als attraktiver Arbeitgeber positionieren? Und wie wird man als Arbeitgeber überhaupt gefunden? 

Digital Natives verstehen

Digital Natives stellen hohe Ansprüche an die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit, sie wollen ihr Privatleben nicht den Anforderungen an den Beruf unterordnen, sie stellen Hierarchien infrage. Und sie sind ganz selbstverständlich mit Internet und Smartphones aufgewachsen.

Laut Dr. Urs Grasser, Dozent am Harvards Berkman Center haben Digital Natives im Alter von 20 Jahren bereits 20.000 Stunden online verbracht. Sie nutzen soziale Medien völlig selbstverständlich, tauschen sich dort aus, diskutieren, informieren sich, und das auf verschiedensten Kanälen gleichzeitig. Empfehlungen von Freunden sind wichtiger als Meinungen von „Experten“.

Unternehmen müssen sich anpassen

Ganz wichtig ist blitzschnelle Response. Wer nicht schnell antwortet, wird kaum mehr wahrgenommen. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie sich anpassen müssen, wenn sie auf der Suche nach Talenten sind. Eine Anzeige schalten und abwarten reicht nicht. Stattdessen muss man die zukünftigen Mitarbeiter dort abholen, wo sie täglich unterwegs sind, zum Beispiel auf Twitter, Instagram und natürlich auch Facebook.

Monster.de, eine der großen Recruitment-Plattformen, gibt konkrete Hilfestellung, wie man Digital Natives für sich interessiert. Auf Grund ihres eigenen Kommunikationsverhaltens erwarten sie nämlich auch von Unternehmen schnelle Antworten. Die können gerne auch knapp und effizient ausfallen.

Generation der schnellen Kommunikationswege

Und auch innerhalb des Unternehmens erwarten Digital Natives schnelle Kommunikationswege, flache Hierarchien, Diskussion und Austausch. Mit verkrusteten und unkommunikativen Strukturen kann diese Generation wenig anfangen.

Von eintönigen Routinearbeiten sind Digital Natives schnell genervt, sie erwarten eine abwechslungsvolle Arbeit und sind im Gegenzug auch bereit, Verantwortung zu übernehmen. Ihnen ist wichtig, dass ihnen Vertrauen entgegengebracht und ihnen etwas zugetraut wird. Möglichkeiten zur Weiterbildung sollten selbstverständlich sein, ebenso flexible Arbeitszeiten, die auch ihre private Situation berücksichtigen.

Zukunftsfähig mit den Digital Natives: Interview mit Businesscoach Anne M. Schüller

Anne M. Schüller, Businesscoach und gefragte Keynote-Speakerin, erläutert in ihrem Buch „Fit für die Next Economy – Zukunftsfähig mit den Digital Natives“ (Wiley Verlag) ausführlich, wie diese ticken. Wir haben ihr einige Fragen zum Thema gestellt.

Was muss ich als Arbeitgeber tun, um mein Unternehmen für die Digital Natives interessant zu machen? Die Grüne Branche ist ja nicht so richtig auf dem Schirm dieser Altersgruppe.

Grundsätzlich denke ich schon, dass die Grüne Branche für so manchen Vertreter der jungen Generation sehr interessant ist. Natürlich nicht alle, aber viele junge Talente suchen mehr als frühere Generationen den Sinn in ihrer Arbeit. Zudem wollen sie mit ihrem Tun die Welt ein wenig besser machen, auch Umweltschäden reparieren. Wer solche Aspekte klug herausstellt, kann sich als Arbeitgeber durchaus attraktiv machen.

Welche Wege bieten sich an, damit ich von dieser Zielgruppe gesehen und gehört werde? Es gab da neulich das ungewöhnliche Video eines Glasermeisters, der Azubis in den sozialen Medien suchte und wohl auch erfolgreich war.

Man muss dort sein, wo die jungen Menschen sind, also in den Medien auf sich aufmerksam machen, in denen sich diese Generation bewegt: Erklärfilme auf YouTube, Fotos auf Instagram, Aktionen auf Facebook. Entscheidend ist, nicht wie früher in Ego-Manier werblich daherzukommen (wir sind…, wir können…, wir suchen…).

Besser kommen Vertreter der jungen Generation selbst zu Wort, drehen selbst die Videos, machen selbst die Fotostrecken und erzählen von ihrer Arbeit aus ihrer eigenen Perspektive heraus. So kann das Interesse der Gleichaltrigen am ehesten gewonnen werden.

Selbst wenn ich meine Talente gefunden habe, wie halte ich sie dann? Wie vermeide ich Enttäuschungen? Denn oft prallen da ja ganz unterschiedliche Einstellungen und Werte aufeinander. Was muss ich vielleicht auch selber in meiner Unternehmensorganisation ändern?

Hier bietet sich ein reiches Arsenal an Möglichkeiten. Zunächst gilt es zu verstehen, wie die junge Generation grundsätzlich tickt, in „Fit für die Next Economy“ habe ich das zusammen mit einem Vertreter der jungen Generation ausführlich beschrieben.

Danach geht es um die Ausgestaltung von Möglichkeiten: Grundsätzlich ist alles von Interesse, was digitale Elemente in sich trägt. Zudem sind Mitwirkung und Selbstorganisation überaus wichtig. Rein anweisungsorientiertes Abarbeiten ist hingegen verpönt.

Passende Arbeitsbedingungen schafft man am besten, indem man sie durch Vertreter der Generation gestalten lässt. Das heißt klipp und klar: Wer sein Führungsverständnis nicht überdenkt, wird die junge Generation kaum jemals für sich gewinnen.