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Digitaler Wandel noch nicht im Handel angekommen?

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Glaubt man einer aktuellen Studie des Handelsverbands Deutschland, ist der digitale Wandel im Handel noch nicht angekommen. Verschenktes Potenzial, da sogenannte Location-based Services (LBS), etwa ein digitaler Waren- und Bestellkatalog direkt am POS, laut Erhebung den stationären Handel deutlich beleben können.

Studie rund um das Thema Multichannel: 77 Prozent der Befragten nutzen ihr Smartphone, um sich vorab über Produkte zu informieren.

Großteil Endverbraucher informiert sich über das Smartphone

Von den 2020 Befragten gaben 77 Prozent zu Protokoll, dass sie sich vor dem Besuch im Geschäft über das Smartphone im Internet über das anvisierte Produkt informieren. Dabei ziele das Interesse vor allem auf lokale Angebote. Im Idealfall könnte sich der Nutzer allerdings alle Infos direkt im Laden holen und dabei sein Smartphone einfach stecken lassen.

Hier schlummert die Chance für den stationären Handel. Die Integration von Multichannel-Möglichkeiten, etwa einer digitalen Artikelreservierung oder Click&Collect, sind noch nicht flächendeckend im Bewusstsein der Händler und Kunden verankert. Dass der stationäre Handel beim Konsumenten keinesfalls „out“ ist, zeigt, dass nur 17 Prozent aller 2020 Befragten angaben, sich keinen Besuch im Laden vorstellen zu können. Allerdings nutzen viele Endverbraucher das Geschäft um die Ecke lediglich als Abholstation für online bestellte Ware.

Verpasste Multichannel-Chancen: Gefahr für stationären Handel

Prof. Dr. Gerrit Heinemann vom eWeb Research Center und wissenschaftlicher Leiter der Studie sieht in verpassten Multichannel-Chancen große Gefahr für die Existenz des stationären Handels. „Die Kunden haben in den letzten beiden Jahren sehr wohlwollend die digitalen Aktivitäten der Händler unterstützt, erleben diesbezüglich aber oft große Frustration, da viele Multi-Channel-Services schlicht und ergreifend nicht funktionieren“, so Heinemann.

Offensichtlich nähmen viele Unternehmen die Erwartungen ihrer Kunden nicht ernst, was diese wiederum dazu verleite, sich vermehrt dem reinen Online-Handel zuzuwenden. „Aus Kundensicht führt kein Weg daran vorbei: Jeder Händler muss im Internet zumindest auffindbar sein“, sagt Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer vom Handelsverband Deutschland (HDE).

Präsenz auf App-basierter Werbeplattform

„Es geht nicht darum, gleich mit einem perfekten Online-Shop an den Start zu gehen. Allerdings erwartet heute die Mehrzahl der stationären Kunden, dass sie Informationen über ihr bevorzugtes Geschäft auf dem mobilen Gerat jederzeit und an jedem Ort abrufen kann. Eine gute Möglichkeit für viele Unternehmen kann dabei die Präsenz auf einer App-basierten Online-Werbe-Plattform sein. Ideal ist die Verknüpfung zu lokalen Angeboten in Form von Location-based Services, die der Kunde offensichtlich honoriert. Für den stationären Handel gilt es, die Chancen der Digitalisierung konsequenter zu nutzen.“