E-Commerce: Blumen & DIY mit deutlichen Verlusten

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Laut bevh musste der Onlinehandel mit Blumen mit die größten Einbußen hinnehmen. Foto: Pete Linforth/ Pixabay

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) hat nach dem ersten Halbjahr 2022 Bilanz gezogen und den Onlinehandel in Deutschland analysiert. Zwar bewege man sich deutlich über dem Niveau der Vor-Coronazeit, büßte im Vergleich zum vergangenen Jahr aber ein.

Abgekühlte Konsumlaune bei Verbrauchern

Die seit Kriegsbeginn abgekühlte Konsumlaune prägt zur Jahreshälfte auch den E-Commerce, das ist die Quintessenz der Analyse des bevh. Dennoch bewegen sich die Umsätze im Online- und Versandhandel aber weiterhin auf hohem Niveau. „So normal der E-Commerce für die Menschen geworden ist, so wenig kann er sich der weitreichenden Störung des Konsumklimas, wenn nicht der Gesamtwirtschaft, entziehen. Die Deutschen schränken sich angesichts steigender Lebenshaltungs- und Energiekosten bei nicht benötigten Waren oder Dienstleistungen deutlich ein. Dennoch kann der Onlinehandel, der eine hohe Preistransparenz und Zugang zu passenden Angeboten ermöglicht, gerade jetzt bei Käufen dringend benötigter Bedarfswaren unterstützen“, erklärt Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim bevh.

Blumen & DIY mit großen Umsatzeinbußen

Im zweiten Quartal des Jahres wiesen die Umsätze zwar weiterhin ein hohes Niveau aus, doch im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 verzeichnete der E-Commerce einen Umsatzrückgang von 9,6 Prozent. Dabei sah es in den verschiedenen Warengruppen auch unterschiedlich aus, konnten Haushaltsgroßgeräte (+ 6,1 Prozent), Spielwaren (+ 5,1 Prozent) oder Medikamente (+ 5,4 Prozent) durchaus zulegen, Waren des täglichen Bedarfs hingegen verloren mit rund 1,4 Prozent an Umsatz. Noch verheerender sieht die Situation für Blumen & DIY-Produkte aus. Hier mussten die Händler ein dickes Minus von 15,5 Prozent hinnehmen. Damit gehört diese Warengruppe zu den drei größten Verlierern beim Umsatz. Noch mehr büßten nur Büchern/E-Books/Medien (- 16,5 Prozent) und Elektronikprodukte (- 19 Prozent) ein.

Verbraucher zufrieden mit E-Commerce

Die Zurückhaltung der Verbraucher wurde ebenfalls in der Befragung analysiert. Demnach wolle fast jeder Fünfte (24,8 Prozent) weniger Geld online ausgeben. Im Vergleich zum ersten Quartal (18,4 Prozent) ist dieser Wert deutlich gestiegen. Die verhaltene Stimmung sei allerdings nicht einzig auf den Onlinehandel zurückzuführen, denn generell bleibt der E-Commerce als Einkaufskanal beliebt und zeichnet sich durch eine hohe Verbraucherzufriedenheit aus. Mit 96,8 Prozent sagten nur minimal weniger der Befragten, sie seien mit der Bestellabwicklung „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“, als im 1. Quartal (97,0 Prozent).