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E-Commerce: Online-Baumärkte liegen vorn

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Die deutschen Baumärkte sind für die Generationen Y und Z im E-Commerce gut gerüstet: Laut Statista haben sie bei Hammer, Schrauben und Co. im Internet die Nase vorn.

Die Grafik zeigt die Top Online-Baumärkte nach Nettoumsatz in Deutschland abzüglich Retouren 2016 (in Millionen Euro). Quelle: Statista

Auch wenn Amazon im DIY-Segment aufholt – im vergangenen Jahr verbuchte der Online-Gigant dafür 45 Prozent Umsatzwachstum – an den Branchenführern kommt der Versandhandelsriese noch nicht heran und liegt erst auf Platz Fünf der Ranking-Liste mit 80 Mio. Euro Nettoumsatz in Deuschland (abzüglich der Retouren 2016). Den ersten Platz sicherte sich der Onlineshop von Hornbach (188 Mio. Euro), gefolgt von obi.de (166 Mio. Euro), bauhaus.info (109 Mio. Euro) und hagebau.de (90 Mio. Euro).

Großer Fisch im kleinen Teich: Rusta

Doch Konkurrenz lauert nicht nur im Internet, sondern auch stationär: Der schwedische Heim- und Gartendiscounter Rusta hat Mitte Mai seine erste Filiale in Deutschland eröffnet – in einem ehemaligen Edeka-Markt in Lübeck (Bei der Lohmühle 7). Und viele weitere sollen folgen, denn Rusta-Chef Göran Westerberg hat große Pläne. Wie er gegenüber dem Handelsblatt erklärte, seien in Deutschland 500 Filialen möglich. Der Umsatz der Kette lag im vergangenen Jahr bei 475 Mio. Euro.
Der nächste Markt soll laut Immobilienzeitung schon bald in einem ehemaligen Sconto-Markt (Gutenbergstraße 1) in Schwentinental bei Kiel eröffnen. In Lübeck belegt Rusta rund 2.430 m² Mietfläche, in Schwentinental etwa 2.200 m². In Lübeck (240.000 Einwohner) plane der neue Schweden-Discounter zudem noch fünf bis sechs zusätzliche Läden.
Weitere Märkte seien für Schleswig-Holstein und den Westen Mecklenburg-Vorpommerns vorgesehen. Dabei setzt der Firmenchef insbesondere auf kleine und mittelgroße Städte. „Es wäre ein Fehler, in große Städte zu gehen, das ist der teuerste Weg, um zu expandiern“, erklärte er gegenüber dem Handelsblatt. Man habe festgestellt, dass Rusta umso erfolgreicher sei, je kleiner die Stadt ist. Er wolle lieber ein großer Fisch im kleinen Teich sein, als mit den Haien im Meer zu schwimmen, so Westerberg.

Billig, billig, billig

Das Sortiment der deutschen Rusta-Homepage liest sich wie eine Mischung aus Baumarkt, Aldi-Aktionsware und der Krimskrams-Abteilung von Ikea, berichtet der Stern. Zum Angebot gehören Heimwerkerzubehör, Gartenmöbel sowie Lampen, Reisekoffer, Gymnastikbälle und Deko in jeglicher Form. Allen gemein: Die Produkte sind spottbillig – ein entscheidendes Verkaufsargument der Kette. Rusta gilt als neuer Billig-Konkurrent der Branche.
Nach eigenen Angaben füllt das Unternehmen im Frühjahr sein "Kaufhaus" mit Produkten, die Garten, Balkon oder Terrasse verschönern – von „Möbeln und Geräten für die Außenbeleuchtung über Kissen und Sonnenschirme bis hin zu dekorativen Gegenständen“. Außerdem bietet das Unternehmen Swimmingpools, große Trampoline und Grills an.