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e‐Kuh‐learning: JLU Gießen verknüpft Botanischen Garten mit dem Smartphone

Natur und Technik schließen sich nicht aus: Besucher des Botanischen Gartens der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) können ab sofort mit Hilfe von QR-Codes Informationen zu Pflanzen per Smartphone abrufen. Das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) geförderte Projekt „e-Kuh-learning” kommt somit nicht nur den Studierenden zugute, sondern auch zahlreichen weiteren Interessierten. 

„Eine aktuelle Tendenz im E-Learning ist das Lernen vor Ort, das sogenannte ,Location-based Learning’. Diese Form des Lernens wird zunehmend eine wichtige Rolle spielen, da es eine kontinuierliche Weiterentwicklung der dazugehörigen Technologien wie Mobilfunknetze, mobile Geräte, GPS gibt”, sagte Prof. Dr. Volker Wissemann, Wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens, bei der Projektvorstellung Ende September.

JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee nahm im Heilpflanzenbereich am Alpinum die offizielle Projekt-Eröffnung mit dem Smartphone vor. Neben zahlreichen Gästen und dem Mitarbeiter-Team war unter anderem Prof. Dr. Stefan Arnhold, Studiendekan im Fachbereich 10 – Veterinärmedizin der JLU, in den Botanischen Garten gekommen. Als „Überraschungsgast“ hatten er und seine Mitarbeiter zum Termin stilecht eine echte Kuh mitgebracht.

Das Projekt „e-Kuh-learning” soll angehenden Biologinnen sowie Studierenden im Rahmen der Lehramts-, B.Sc.- und Veterinämedizinerausbildung über die gesamte Vegetationsperiode hinweg und unabhängig von geführten Exkursionen vor Ort Informationen zu Pflanzen zur Verfügung stellen. Die Studierenden erfahren im Botanischen Garten direkt vor dem lebenden Objekt Wissenswertes über Inhaltsstoffe, Anwendungsgebiete und botanische Hintergründe. Dazu nutzen sie die neuen Medien.

Parallel dazu sollen die Informationen in denselben Datenstrukturen auch in Kursen und zur Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen für die Studierenden nutzbar sein. Alle Informationen,die nicht nur für Botaniker und Pharmazeuten interessant sind, werden auch den Besucherinnen und Besuchern des Botanischen Gartens zum Selbststudium zur Verfügung stehen.

In Anlehnung an die Strukturen des digitalen Apothekergartens der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wurde eine Nutzerprofil-orientierte, Internet-basierte Datenbank erstellt. Informationen können einerseits über klassische Suchabfragen im Web-Browser, andererseits mittels geeigneter mobiler Geräte direkt im Beet respektive aus dem Kursskript heraus über QR-Codes abgefragt werden.

Das mit rund 48.000 Euro aus dem Studienstrukturprogramm (SSP-Mitteln) des HMWK umgesetzte Pilotprojekt setzt einen Schwerpunkt auf den in der veterinärmedizinischen Ausbildung vorrangig behandelten Pflanzen. Die Strukturen sind so angelegt, dass die Datenbank in den nächsten Jahren bei entsprechender Folgeförderung zu einem digitalen Garten und damit zu einem lehrorientierten Informationspool ausgebaut werden kann. (jlu)