EHI-Studie: Personal in der Handelslogistik 2017

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Handelsunternehmen wollen mit gezielten Maßnahmen dem Fachkräftemangel in der Logistik begegnen. Sie setzen vor allem auf die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und auf Gesundheitsprogramme, so die EHI-Studie „Personal in der Handelslogistik 2017“.

Um die Mitarbeiterzahl und -qualifikation für die Zukunft zu sichern, wollen Händler zukünftig vor allem ihren Personalbestand in ausreichendem Maße sicherstellen und die Mitarbeiterqualifikation steigern. Dies ergab eine Studie, für die das EHI Retail Institute, Köln, insgesamt 23 Handelsunternehmen befragte, davon 83 Prozent aus Deutschland und 13 Prozent aus der Schweiz. Aus Österreich nahm ein Unternehmen teil.

Dabei setzen 96 Prozent der befragten Handelsunternehmen auf Aus- und Weiterbildung für das eigene Personal, bei den übrigen 4 Prozent ist dies zumindest in Planung. 65 Prozent bieten zum Beispiel Job-Rotation an. Damit lernen die Mitarbeiter unter anderem das Umfeld ihres Verantwortungsbereichs besser kennen. Auf diese Weise lassen sie sich bei Personalausfällen auch leichter als Ersatzkräfte einsetzen. Als weitere Maßnahme, um die Mitarbeiterzahl zu sichern, führen 65 Prozent zusätzliche Recruiting-Maßnahmen durch.

Entspannter arbeiten

Arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeitmodelle wie Teil- oder Gleitzeit, Homeoffice oder Ausrichtung an Kita-Öffnungen steigern die Attraktivität des Arbeitsplatzes. Sie lassen sich allerdings am ehesten in der Verwaltung (61 Prozent) und mit Einschränkungen auf Lager- und Verkaufsstellenebene (35 Prozent und 29 Prozent) umsetzen. Im Bereich Fuhrpark/Transport können sich das aktuell nur 5 Prozent vorstellen.

Auch die Gesundheit der Mitarbeiter steht für viele Händler im Fokus. 61 Prozent haben präventive Gesundheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz im Angebot und mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Teilnehmer bietet Schulungen an, die zum Erhalt der Gesundheit im privaten Bereich beitragen sollen. 39 Prozent stellen ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze zur Verfügung, weitere 44 Prozent machen oder planen dies zumindest in Teilbereichen.

Ausgelagert

Outsourcing-Maßnahmen, die dem Unternehmen mehr Flexibilität ermöglichen, werden nach Ansicht der Befragten auch in Zukunft insbesondere im Fuhrpark und Transport eine große Rolle spielen. 35 Prozent gehen hier von einer Zunahme der Maßnahmen aus, 55 Prozent erwarten ein gleichbleibendes Niveau. Aber auch in der Filiallogistik erwarten 38 Prozent der Händler einen größeren Outsourcing-Anteil. Für Organisation und Verwaltung setzen die meisten Handelsunternehmen (78 Prozent) auf die eigenen Mitarbeiter.

Datenbasis

Um der Aktualität des Themas Personal in der Handelslogistik Rechnung zu tragen, hat das EHI Retail Institute zwischen Dezember 2016 und Januar 2017 bei insgesamt 23 Handelsunternehmen im Raum D-A-CH die Erhebung als Online-Befragung durchgeführt. Der Gesamtumsatz der Teilnehmer aus Deutschland belief sich 2015 auf knapp 35 Mrd. Euro, das entspricht einem Anteil am gesamten deutschen Einzelhandelsumsatz von gut 7 Prozent.
Das EHI-Whitepaper „Personal in der Handelslogistik 2017“ ist auf der Website ehi.org im kostenlosen Download verfügbar.

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