Energie durch eigene Abfallprodukte

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Abfälle beim Pilzanbau können zur Energiegewinnung genutzt werden. Foto: GMH/ BDC

Eine effiziente Energienutzung gehört für viele Betriebe vor dem Hintergrund der Brennstoffbepreisung immer wichtiger. Wenn man dann noch aus Abfallprodukten der eigenen Produktion Energie gewinnen kann, umso besser. Besonders Anbauer von Pilzen können hier profitieren.

Champost zur Biogasgewinnung

Die Kultivierung von Pilzen benötigt eine Menge Energie, gerade wenn das ganze Jahr über angebaut wird. Im Winter muss geheizt werden, im Sommer gekühlt und auch die Desinfektion der Kulturhäuser durch Hitze verschlingt viel teure Energie. Fossile Brennstoffe haben eine negative Wirkung auf die Klimaveränderung, werden künftig aber auch teuer bepreist. Eine Lösung stellt hier Biogas dar, welches durch die Nutzung eigener Abfälle erzeugt werden kann. Wie das Grüne Medienhaus und der Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) verdeutlichen, werden Pilze auf einem Substrat aus Stroh und organischem Dünger kultiviert. Das Substrat sei allerdings nach einiger Zeit erschöpft und müsse entsorgt werden. Als hochwertiger Champost kommt der „Abfall“ dann oftmals in der Landwirtschaft oder im Garten- und Landschaftsbau zur Bodenverbesserung zum Einsatz, einige Betriebe nutzen es aber auch, um Biogas herzustellen.

Strom und Wärme werden in den Betrieb gespeist

Das Abfallprodukt aus Substrat, sowie Pilzresten, wie nicht verwertbare Pilze, Stängel, Mycel, also Pilzwurzeln ist so energiereich, dass es in einer Biogasanlage vergoren werden kann. Dabei entsteht Methan, welches in einem Blockheizkraftwerk zum Antrieb von Turbinen oder Motoren verwendet werden kann. Diese erzeugen Strom, der wieder in die Betriebe, oder sogar ins Netz eingespeist werden könne. Die gleichzeitig anfallende Wärme geht in der Regel direkt in den Pilzbetrieb zurück. Nach der Biogasgewinnung verbleibt immer noch ein weiterer Rest, der noch so voller Mineralstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Spurenelementen ist, dass er als wertvoller Dünger und Bodenverbesserer in Frage kommt.

PV-Anlagen auf Dächern

Gerade im Pilzanbau sind aber auch Photovoltaik-Anlagen für viele Betriebe von Interesse. Die Gewächshäuser verfügen meist über großflächige Dächer, die anders als im Gartenbau nicht Lichtdurchlässig sind. Daher bieten sich PV-Anlagen auf den großen Dachflächen nahezu an, um Energie zu erzeugen.