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Energie ohne Verbrennung: Blumencenter setzt auf Brennstoffzelle

Noch wenig bekannt sind Brennstoffzellen als Technologie, um Strom und Wärme zu erzeugen. Auf ein erstes Projekt im Gartenbau weist nun die Ceramic Fuel Cells GmbH (Heinsberg) hin, die sich mit BlueGEN als Anbieter des ersten in Deutschland verfügbaren Brennstoffzellen-Systems zur Hausenergieversorgung sieht.

Detlef Chudziak mit seiner Brennstoffzellen-Anlage BluGEN. Werkfoto

Seit September 2014 seien bereits 500 solcher Anlagen in Betrieb. BlueGEN-Anlagen eigneten sich, so heißt es einschränkend, besonders für Kunden mit einem überdurchschnittlichen Strombedarf und einem geringen Wärmebedarf, also beispielsweise für moderne Bürogebäude, kleine bis mittelgroße Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sowie als Beistelllösung in Mehrfamilienhäusern.

Das Herzstück der Erdgas betriebenen BlueGEN bilden den Angaben zufolge festoxidkeramische Brennstoffzellen, die laut Hersteller zu den effizientesten Energieumwandlungssystemen gehören sollen, die derzeit auf dem Markt sind.

Statt mit einer klassischen (und emissionsintensiven) Verbrennung arbeiten Brennstoffzellen mit einer elektrochemischen Reaktion. BlueGEN-Anlagen hätten im optimalen Betriebspunkt eine elektrische Leistung von 1,5 kWel und liefern bis zu 13.000 kWh Strom pro Jahr. Der elektrische Wirkungsgrad liege bei besonders hohen 60 Prozent und der Gesamtwirkungsgrad steige durch die zusätzliche Nutzung des Anteils thermischer Energie für die Warmwasserbereitung auf bis zu 85 Prozent.

Im Gartenbau setzt das Blumencenter Chudziak in Heinsberg eine solche Anlage ein. Inhaber Detlef Chudziak nutzt sie nach Angaben des Herstellers für seinen Familienbetrieb und das angeschlossene Wohnhaus.

Trotz diverser Einsparmaßnahmen in der Vergangenheit war Chudziak ein Grundstromverbrauch geblieben, heißt es zu den Beweggründen. Um diesen preiswert abzudecken, habe er sich schließlich für den BlueGEN entschieden. Er komme platzmäßig mit weniger als einem Quadratmeter aus, so der Hersteller, arbeite besonders effizient, produziere bei dauerhaftem Betrieb bis zu 13.000 Kilowattstunden pro Jahr und erziele eine deutliche Kostenersparnis gegenüber dem Strombezug aus dem Netz.

Bei Chudziak ist das Gerät mit dem vorhandenen Heizsystem kombiniert. Die durch den BlueGEN zusätzlich entstehende Wärme wird zur Warmwasserbereitung genutzt und anschließend dem Heizsystem zugeführt.

Angeboten wird vom Hersteller auch eine Fernwartung, um den Kunden ohne Aufwand eine reibungslose Energieversorgung sicherzustellen. Außerdem erwähnt der Anbieter günstige Fördermöglichkeiten. Wie im Beispiel Chudziak könne in NRW bei einer Anschaffung des Mikrokraftwerks mit einer Förderung von bis zu 65 Prozent gerechnet werden. Die Landesregierungen in Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen bezuschussen ebenfalls in dieser Größenordnung. (ts/hlw)